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Hide and Seek – Du kannst dich nicht verstecken

Hide and Seek. USA 2004. R: John Polson. B: Ari Schlossberg. K: Dariusz Wolski. S: Jeffrey Ford. M: John Ottman. P: Fox, Fox 2000 Pictures. D: Robert De Niro, Dakota Fanning, Famke Janssen, Elisabeth Shue, Amy Irving u.a.
100 Min. Fox ab 7.4.05

Hush Little Baby

Von Frank Brenner Der Horrorfilm boomt wie schon lange nicht mehr. Allein in diesem Monat starten in unseren Kinos fünf Genrebeiträge, die zwar auf recht unterschiedliche Weise versuchen, am Nervenkostüm ihrer Zuschauer zu rütteln, die aber allesamt den gleichen Trend aufweisen. Sie sind mit routiniertem Verstand gefertigt und schaffen es, durch den konsequenten Aufbau einer angemessenen Atmosphäre mit bescheidenen Mitteln Gänsehaut zu verursachen. Nach den späten 80er und frühen 90er Jahren, in denen ein Horrorfilm nicht ohne literweise Kunstblut auskommen konnte, ist das die folgerichtige Entwicklung. Weniger ist mehr. So kommt heutzutage vor allen Dingen den Soundeffekten eine nicht zu vernachlässigende Funktion zu, denn wenn nach einer ruhigen und überlegten Einführung Türen knarzen oder der Wind unheilschwanger durch die Zimmer weht, versinken die entsprechend konditionierten Zuschauer schon erwartungsvoll in den Kinosessel.

In John Polsons neuem Film Hide and Seek muß es Robert De Niro mit dem mysteriösen Freund seiner halbwüchsigen Tochter Dakota Fanning aufnehmen. Nachdem die Mutter überraschend Selbstmord verübte, sind Vater und Tochter aus New York weggezogen, um auf dem Land ein neues Leben zu beginnen. Doch Emilys Freund Charlie, den ihr Vater noch nicht zu Gesicht bekommen hat, scheint eine Erfindung ihres traumatisierten Geistes zu sein. Bis sich die Anzeichen für Charlies Existenz zu häufen beginnen und sich die beiden in ihrem abgelegenen Landhaus ihrer selbst nicht mehr sicher sein können.

Robert De Niro hat sich in den letzten Jahren immer mehr der Mainstream-Unterhaltung geöffnet. Nach seinen diversen Auftritten in Hollywoodkomödien fügt er seinem Œuvre nun einen Grusler hinzu. Polson versteht sein Handwerk und kann den Zuschauer durchweg bei der Stange halten. In einigen Momenten schlägt die Routine freilich so sehr durch, daß man den nächsten Schockeffekt auf den Moment genau vorhersagen kann. Das disqualifiziert Hide and Seek als Anwärter auf einen Platz unter den Genreklassikern. Zu wenig eigene Ideen und eine Wiederbelebung der wichtigsten Handlungselemente aus Stephen Kings The Shining, die schon geradezu den Verdacht nahe legen, es handle sich hierbei um ein Remake desselben, schmälern das Vergnügen an einem ansonsten durchaus gut gemachten Horrorfilms. Die Musik John Ottmans, die fatalerweise auch ein wenig zu sehr an einschlägige Kompositionen von Jerry Goldsmith angelehnt scheint, kann jedenfalls zusammen mit den oben erwähnten Toneffekten für wohlige Schauer sorgen – und das ist doch immerhin schon mal was. 1970-01-01 01:00

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