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Heartbreakers – Achtung: Scharfe Kurven

Heartbreakers. USA 2001. R: David Mirkin. B: Robert Dunn, Paul Guay. K: Dean Semler. S: William Steinkamp. M: John Debney. P: Davis/MGM. D: Sigourney Weaver, Jennifer Love Hewitt, Ray Liotta, Jason Lee, Anne Bancroft u.a.
120 Min. Advanced ab 24.5.01
Von Manuela Brunner Wir sind Ygramul, die Viele. Die Assoziation zur »Unendlichen Geschichte« hängt nicht nur mit der Besetzungsliste zusammen: Sigourney Weaver ist Angela Nardino alias Max Connors alias Olga Yevanova. Doch im Grunde ist alles ganz einfach und läuft auf dasselbe Ziel hinaus, wie es auch Ygramul hat: ihre Opfer bis aufs Blut auszusaugen.

Sigourney Weaver heiratet in schön regelmäßigen Abständen Männer wie Ray Liotta, um jene Herren dann in einer pikanten Situation mit Tochter Jennifer Love Hewitt zu erwischen, die Scheidung einzureichen und dick abzukassieren. So gut, so erprobt das Schema. So gut, so erprobt auch die Inszenierung einer Heiratsschwindlergeschichte als temporeiches Verwechslungs- und Versteckspiel falscher Identitäten, die immer kurz vor der Entdeckung stehen.

Vielleicht liegt der Trick des langjährigen Simpsons-Autors David Mirkin ganz einfach darin, in diesem Film zahlreiche Elemente zu versammeln, die irgendwie irgendwo schon mal vorkamen, aber nicht genau so und in dieser Mischung. Was zu folgender Idee verführt: Vielleicht gibt es gar nicht so viele Dinge, die lustig sind, und wenn eine Komödie international verwertbar sein soll, dann wird der Spielraum des Witzigen noch einmal enger. Folglich bestünde die Kunst der Komödie in der gekonnten Variation, dem geschickten Arrangement, und die Arbeit des Autors und Regisseurs gliche stark der des Parfumeurs. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl wohlriechender Substanzen, und um eine neue zu finden, dafür muß man dann schon in den tiefsten südamerikanischen Urwald fahren.

Zurück zum Parfum: Natürlich ist der Träger ebenso wichtig wie die Ingredienzien, und damit kommen wir zu den Schauspielern: Komödien leben und sterben mit ihren Darstellern, und Sigourney Weaver hat es einfach drauf, diese »Waffen der Frauen«. Das beweist sie so spielerisch, als hätte sie es gar nicht nötig, noch irgendjemandem zu zeigen, daß sie von der Actionheldin bis zur falschen Russin einfach jede Rolle spielen kann. Ihr Gegenpart und Objekt der Begierde, da stinkreicher Tabakmillionär, ist Gene Hackman, der so richtig widerlich seine kaputten Lungen raushusten darf und trotzdem immer noch eine Zigarette nach der anderen raucht. Bei den leinwandfüllenden Großaufnahmen, die Dean Semler ihm widmet, bin ich dann doch dankbar, daß das Duftkino nie über die ersten Prototypen hinauskam. 1970-01-01 01:00
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