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Haus über Kopf – Betreten auf eigene Gefahr

Bringing Down the House. USA 2003. R: Adam Shankman. B: Jason Filardi. K: Julio Macat. S: Gerald B. Greenberg. M: Lalo Schifrin. P: Hyde Park, Touchstone. D: Steve Martin, Queen Latifah, Eugene Levy, Joan Plowright, Jean Smart, Betty White u.a.
105 Min. Buena Vista ab 17.7.03

Martin on the Dancefloor

Von Frank Brenner Der Gegensatz zwischen der resoluten, nicht auf den Mund gefallenen und mit allen Wassern gewaschenen Matrone und dem überkorrekten, konservativen Geschäftsmann, der, mit der Ungeschliffenheit dieser weiblichen Natur konfrontiert, schnell zum Choleriker wird, hat schon seit Jahrzehnten die Filmemacher zu brachialen Klamotten inspiriert. Die derzeitige Hollywood-Favoritin für die Rolle einer solchen Wuchtbrumme ist Queen Latifah, spätestens seit sie im März ihren Oscar nur knapp an ihre Chicago-Partnerin Catherine Zeta-Jones verloren hat.

In diesem Film wird ihr Talent wie das ihres Gegenparts Steve Martin auf konventionellste Weise vergeudet. Adam Shankmans Komödie hangelt sich mühsam durch das Schema F des Buddy-Movies, in dem nach der Phase des beschwerlichen Zusammenraufens ein erstes gegenseitiges Verstehen folgt, das von einem schwerwiegenden Mißverständnis einen Bruch erleidet, aber dennoch schließlich in einem Finale gipfelt, in dem nicht nur Friede und Freude herrscht, sondern auch Eierkuchen.

Queen Latifah hat die Präsenz und das Charisma, einen mittelmäßigen Film wie diesen auch noch zu tragen. Und Steve Martin beweist eindrucksvoll, daß er trotz seiner 57 Jahre noch ein sehr körperbetonter Komiker ist. Das kommt besonders gut zur Geltung, wenn sein spießiger Peter Sanderson in einer Szene zum rappenden Homeboy wird oder in einer anderen zu »Ain't Nobody« mit Latifah auf dem Dancefloor abrockt. Wären die ausgelassen und professionell agierenden Darsteller nicht, würde sich das ohnehin nur bescheidene Vergnügen in noch kleinerem Rahmen halten. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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