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Harold & Kumar

Harold & Kumar Go to White Castle. USA/CDN/D 2004. R: Danny Leiner. B: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg. K: Bruce Douglas Johnson. S: Jeff Betancourt. M: David Kitay. P: Kingsgate Films, Senator International, New Line Cinema. D: Kal Penn, John Cho, Paula Garcés, Neil Patrick Harris u.a.
87 Min. Constantin ab 14.10.04

Is’ nich’ witzig!

Von Frank Brenner Der geneigte Popcorn-Kinozuschauer kennt sie natürlich alle beide: den Koreaner John Cho, der schon in den American Pie-Filmen für so manchen unterirdischen Lacher gut war, und Kal Penn, der bereits in der College-Plotte Party Animals – Wilder geht's nicht als indischer Möchtegern-Frauenheld zum Einsatz kam. Die von den beiden aufstrebenden Jungstars verkörperten Charaktere, die sich wohl vor allem hierzulande großer Beliebtheit erfreuten, musste man doch irgendwie in einem Film gemeinsam ausschlachten können. So entschloss sich der deutsche Produzent Hanno Huth, mit seiner Senator International zu koproduzieren und holte Cho und Penn für diesen katastrophal schlechten Film tatsächlich gemeinsam vor die Kamera.

Als Harold und Kumar bewohnen die beiden zusammen eine WG, unterhalten sich ständig übers Saufen, Drogen und Weiber, bleiben aber die meiste Zeit im Gerede stecken und lassen den Worten so gut wie nie Taten folgen. Nachdem sie einen aufreizenden Werbespot im Fernsehen gesehen haben, beschließen sie, das Wochenende mit einem Besuch im Fast-Food-Restaurant »White Castle« zu beginnen. Doch der Weg zum Freßtempel entpuppt sich länger als gedacht, dauert er doch immerhin geschlagene 87 Minuten, die dem Zuschauer in der Tat wie die schrecklichste Nacht seines Lebens vorkommen werden. Der Weg ist bekanntlich das Ziel, und auf demselben begegnen Harold und Kumar um die Wette kackenden Frauen, einem entflohenen Geparden und einem Waldschrat, der große Ähnlichkeit mit den menschenfressenden Kreaturen aus dem Horrorfilm Wrong Turn hat. Die Gags, die dabei zum Zuge kommen, haben es noch nicht einmal verdient, auch nur in einer Silbe erwähnt zu werden.

Damit der Marktwert fürs deutsche Publikum noch potenziert wird, hat man sich entschieden, die beiden Hauptrollen für die deutsche Version von Rick Kavanian und Oliver Pocher synchronisieren zu lassen. Kavanian hat ja in diesem Bereich immerhin schon etwas Erfahrung. Deswegen kann sich sein pseudo-indischer Akzent auch einigermaßen hören lassen. Oliver Pochers seltsam lustloses Gefasel auf Harold schlägt indes dem Fass den Boden aus. Aber da schon die Dialoge Brechreize hervorzurufen verstehen, können sie auch getrost von Pseudo-Stars dargeboten werden. Das kann kaum noch etwas verschlimmern. Nachdem man sich dann pausenlos über alles und jeden lustig gemacht hat, ohne dabei auch nur eine Spur lustig zu sein, ist das Ziel dann doch noch erreicht und die Schlußcredits läuten die Erlösung ein. Es ist zu befürchten, dass es dem Zielpublikum dennoch gefallen wird und uns in absehbarer Zeit wohl neue Abenteuer der beiden peinlichen Nichtsnutze bevorstehen. Hauptsache, die Kasse stimmt. 1970-01-01 01:00
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