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Guantanamera

E/C/D 1995. R: Thomás Gutiérrez Alea, Juan Carlos Tabío. B: Elisio Alberto Diego, T.G. Alea, J.C. Tabío. K: Hans Burmann. S: Carmen Frias. D: Mirtha Ibarra, Carlos Cruz, Raul Eguren u.a.
101 Min. ab 25.01.96
Von Georg Immich Der neue Film des Regisseur-Duos von Erdbeer und Schokolade ist eine Komödie über den Tod und das Leben. Sie spielt in Kuba, zeigt das Land und seine Leute und schildert die Gegensätze in der Organisation des Lebens – einerseits durch Planung, andererseits durch Improvisation.

Ein weiteres Thema ist der Tod. Adolfo, Berater eines Bestattungsinstituts in Guantánamo, hat gerade ein Konzept zum möglichst kraftstoffsparenden Leichentransport vom einen Ende Kubas zum anderen entwickelt. Für ihn trifft es sich eigentlich ausgezeichnet, daß die Tante seiner Ehefrau Gina beim Besuch ihrer Nichte stirbt. Somit kann er sich bei ihrer Rückführung nach Havanna persönlich um die Umsetzung seines Konzepts kümmern und durch das Gelingen einen wichtigen beruflichen Erfolg erzielen. Während der beschwerlichen Reise mit wechselnden klapperigen Leichenwagen entfernt sich seine Frau immer mehr von ihm und ergreift die Chance einer wieder auftauchenden früheren Romanze.

Die Stärken des Films sind die wahrhaftigen Charaktere, die wie aus dem Leben gegriffenen wirken. Dadurch fallen die raffinierte Konstruktion der Geschichte und die eingestreuten unprätentiösen Lebensweisheiten nicht störend auf. Für eine Komödie ist Guantanamera aber nicht witzig genug, für ein tiefgründiges Werk beweist er nicht genug Substanz. Wenn man nicht zu große Erwartungen hat, kann er anschließend zu anregenden Gesprächen über das Leben und die Liebe anstiften. So die Essenz des Films: Alles ist Wandel, und der Tod ist niemals vorauszusehen, genausowenig wie das Leben. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #01.
© 2012, Schnitt Online

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