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Greenfingers

GB/USA 2000. R,B: Joel Hershman. K: John Daly. S: Tariq Anwar, Justin Krish. M: Guy Dagul. P: Fireworks. D: Clive Owen, Helen Mirren, David Kelly, Warren Clarke.
91 Min. Columbia ab 14.2.02
Von Sophia Dauber Schwere Jungs mit grünem Daumen, das klingt nicht gerade nach einer Traumbesetzung für eine Romanze. Und doch hat Joel Hershman es verstanden, daraus ein charmantes Feelgood-Movie mit sachten Untertönen zu machen, nicht zuletzt dank seiner durchweg sympathischen Besetzung.

Clive Owen spielt den wegen eines Handgemenges mit tödlichem Ausgang langzeitinhaftierten Eigenbrötler Colin. Der hat sich nach 15 Jahren gerade an seine Haftbedingungen gewöhnt, da wird er in das Reformgefängnis Edgefield verlegt. Und in ein Zimmer mit dem leicht exzentrischen Fergus, der mächtig an Colins Selbstaufgabe kratzt, seine Liebe zu Pflanzen weckt und Gärtnern zur neuen Resozialisierungsmaßnahme in Edgefield macht. Eine Saat, die auch beim Zuschauer aufgeht, der amüsiert verfolgt, wie mit den Blumen nicht nur die öffentliche Aufmerksamkeit für diese unorthodoxe Floristentruppe sprießt, sondern auch die Liebe zwischen Colin und der schönen Tochter von Gärtnerqueen Georgina Woodhouse.

Ein bißchen mehr Wildwuchs in den Figuren und Dialogen hätte dem Film sicher gut getan, denn der Boden, auf dem das Ganze angesiedelt ist, wirkt auf Dauer nahezu verdächtig schädlingsfrei. Doch auch wenn der Plot so schnurgerade gezogen ist wie die Rillen für ein Blumenbeet und die Inszenierungsweise nahezu so verläßlich ist wie die zu erwartende Blütenpracht, schaut man dem Ensemble doch gerne bei der Arbeit zu, glaubt 90 Minuten lang bereitwillig an das Gute im Menschen und wünscht dem smarten, auf Bewährung entlassenen Colin, daß seine Liebe Früchte tragen möge. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #25.
© 2012, Schnitt Online

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