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Goal!

USA 2005. R: Danny Cannon. B: Mike Jeffries, Adrian Butchart, Dick Clement, Ian La Frenais. K: Michael Barrett. S: Chris Dickens. M: Graeme Revell. P: Milkshake, Icon. D: Kuno Becker, Alessandro Nivola, Stephen Dillane u.a.
118 Min. Kinowelt ab 27.10.05

Ein Tor für Kuno Becker

Von Daniel Albers Das Sportfilmgenre ist in Hollywood schon seit Jahrzehnten eines mit überaus großem Zuschauerpotential. Filme wie Raging Bull versprachen schon immer volle Kassen an der Westküste der USA. Dabei behandelten sie natürlicherweise landestypische Sportarten wie Boxen oder auch Baseball bzw. American Football. Nun hat man sich in Übersee jedoch scheinbar dazu entschieden, den sicher nicht unbeträchtlichen europäischen Markt der sportbegeisterten Filmfans im Besonderen zu erschließen. Verständlich, zumal ein vergleichsweise kleiner Film wie Bend It Like Beckham vor einiger Zeit beachtliche Erfolge erzielen konnte. Nun kommt also auch der gute alte Fußball aus den USA. Kurz vor Anlaufen des ähnlichen Spike-Lee-Projekts »The Goal« (!) sollte der vorliegende Film ursprünglich unter der Regie von Michael Winterbottom entstehen, der jedoch aufgrund »kreativer Differenzen« geschaßt wurde, während er sich schon bei den Dreharbeiten zum als Trilogie angelegten Goal! befand. Als Ersatz engagiert wurde schließlich der momentan sehr erfolgreiche Serienregisseur Danny Cannon (CSI).

Nun, ein Winterbottom-Film ist es letztendlich nicht geworden, stattdessen wieder eines der Märchen vom chancenlosen Unterprivilegierten, der es jedoch mit Hilfe seiner unbedingten Leidenschaft und nach herben Rückschlägen (und mit nur ganz wenig Glück) bis ganz nach oben schafft. Und doch: Trotz oder gerade wegen seines nicht gerade innovativen Strickmusters und auch trotz äußerst penetranter Product-Placements funktioniert das Ganze. Und zwar hauptsächlich, weil Kinonewcomer Kuno Becker als Hauptfigur Santiago Munez in jeder Phase zu überzeugen weiß und Sympathie weckt, und außerdem nicht zuletzt, weil es Cannon gelungen ist, die Eigenarten des Fußballs und eine gewisse Verschrobenheit der Inseleuropäer (der Film spielt hauptsächlich in Newcastle) auf liebevolle Weise zu porträtieren. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #40.
© 2012, Schnitt Online

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