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Girls Club – Vorsicht Bissig!

Mean Girls. USA 2004. R: Mark Waters. B: Tina Fey. K: Daryn Okada. S: Wendy Greene Bricmont. M: Rolfe Kent. D: Lindsay Lohan, Rachel McAdams, Tina Fey, Lizzy Caplan u.a. P: Lorne Michaels.
97 Min. UIP ab 26.8.04

Asozialsystem

Von Constanze Frowein Mark Waters' Teeniekomödie Girls Club – Vorsicht bissig! gleicht einer tickenden Bombe, denn wenn er die direkt aus Afrika eingeflogene Cady Heron missioniert, die oberste Ranggruppe der Highschool, drei geldverwöhnte barbieeske Girlies, zu entmachten, erzählt er nicht nur von einer billigen Silikonschlacht, sondern vor allem von der Gefahr, selbst Teil dieses Systems zu werden. Dieses von innen zu durchleuchten, um es dann unschädlich zu machen ist Cadys Aufgabe.

»Das System« sind drei Highschool-Zicken, die vorgeben, wann man wie gekleidet zu sein hat, und wer gerade »in« und wer »out« ist. Einerseits bewundert und nachgeahmt, doch auch immer gehaßt für die durch sie entstandene Stutenbissigkeit und Arroganz, die wie ein Lauffeuer in der Schule grassiert. Cady also erliegt der Gefahr, selbst zu einem zickigen Plastikweibchen zu mutieren. Und so bleibt Waters' Teeniedrama nicht bloß unterhaltsam, sondern entwickelt eine apokalyptische Struktur der ewigen Wiederkehr des Gleichen: Einerseits hat die Eskalation in einem an Egoismus und nicht zuletzt Neid erkrankten Sozialsystem der Highschool scheinbar eine reinigende Wirkung; das Chaos verschont kein Mitglied der Schule vor sarkastischen Anspielungen. Gleichzeitig aber läßt der Regisseur uns nicht mit dem naiven Glauben davon, eine Aufarbeitung der katastrophalen Hackordnung amerikanischer Schulen führe eine Besserung mit sich, denn eine neue Generation »To be made«-gesteuerter MTV-höriger Klone wächst schon heran. Girls Club erscheint also in der Schwemme von einschläfernden Girlie-Komödien zumindest als schwarzhumoriger Lichtblick. 1970-01-01 01:00
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