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Gattaca

USA 1997. R,B: Andrew Niccol. K: Slavomir Idziak. S: Lisa Zeno Churgin. D: Ethan Hawke, Uma Thurman, Alan Arkin, Jude Law u.a.
112 Min. Columbia ab 9.7.98
Von Christine Ehret Bereits die ersten Bilder des Films Gattaca machen deutlich, daß die Menschen in naher Zukunft nur durch kleinste Körperelemente zu einer Identität werden. Hautschuppen und Haare werden gezeigt, denn die dazugehörige DNS ist der Personalausweis der Zukunft.

Drehbuchautor und Regisseur Andrew Niccol entwickelt in seinem Spielfilmdebüt die Zukunftsversion einer zweigeteilten Gesellschaft aus perfekten Menschen, die einen hochqualitativen, vorprogrammierten Gencocktail in sich tragen, und den auf »natürliche« und damit gentechnisch amateurhafte Weise entstandenen »Invaliden«, der durch den totalen Genüberwachungsstaat zum ewigen Hilfsarbeiterdasein verdammt ist. Einer dieser »Invaliden«, der von Ethan Hawke ansteckend paranoid dargestellte Vincent, will aus dem Gendeterminismus ausbrechen, indem er sich eine neue DNS-Identität erkauft. Dies ist nur durch die Körpersäfte des durch einen Unfall gelähmten, aber ansonsten konstruktionsfehlerlosen Jerome möglich.

Die Verbindung, die zwischen Vincent und Jerome entsteht, ist bereits auch schon das spannendste Motiv des Films. Ist ihr Kontakt zuerst auf reinen Austausch von Urin- und Blutpäckchen beschränkt, wird ihnen durch vorsichtige Annäherung bald bewußt, welche Schwäche vorprogrammierte Perfektion und welche Stärke der Glaube an sich selbst hervorbringen können. Ansonsten wird das eigenlich spannende Gedankenspiel um die Berechenbarkeit der menschlichen Identität und das moderne Frankenstein-Motiv auf das Passieren von irgendwelchen Schranken beschränkt. Deshalb muß man sich leider auch mit einer minimal agierenden, lediglich durch ihren Sekretärinnen-Look charakterisierten Uma Thurman begnügen.

Auch wenn es durch das unterkühlte Ambiente gelingt, eine beängstigend sterile Atmosphäre zu schaffen, so benötigte das Drehbuch dann eben doch noch einen Mord, um die nur mäßig aufreibend dargebotene Thematik schwerfällig aufzupeppen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #11.
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