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Die Frauen von Stepford

The Stepford Wives. USA 2004. R: Frank Oz. B: Paul Rudnick. K: Rob Hahn. S: Jay Rabinowitz. M: David Arnold. P: Paramount. D: Nicole Kidman, Bette Midler, Matthew Broderick, Christopher Walken u.a.
93 Min. UIP ab 15.7.04

Rostiges Remake

Von Jutta Klocke Auf den ersten Blick mag ja Frank Oz' Film um eine Kleinstadt voller das Frauenideal der 50er Jahre erfüllender Roboter ein Ärgernis sein. Bei der Adaption eines Stoffes aus der Feder des Rosemary's Baby-Autoren Ira Levin, die gleichzeitig auch schon das Remake eines 70er Gruselthrillers gleichen Titels ist, fragt man sich ernsthaft, was die Beweggründe für die Herstellung waren. Angesichts des ebenso ideen- wie spannungslosen Ergebnisses bleibt der schnellgemachte Dollar die einzig plausible Antwort.

Wenn aber das als Komödie deklarierte Werk noch nicht einmal komisch ist, gerät man ins Grübeln. Selbst der vermarktungsorientierteste Produzent hätte doch wenigstens Humor verlangen müssen, aber in Die Frauen von Stepford sind höchstens Spurenelemente davon in Form von billigen Klischeewitzen zu finden. Was also, wenn Oz sich doch seine Gedanken gemacht hätte und sein Film Resultat des durchaus kreativen Einfalls wäre, die Thematik der Mechanisierung von Emotion und Individualität als roten Faden auch in der Inszenierung konsequent fortzuführen?

Die grundsolide Kameraarbeit spräche ebenso wie die ohne Inspiration dahinplätschernde Handlung dafür, daß die perfekten Hausfrauen-Roboter im geschniegelten Hollywood-Look ihre stilistische Entsprechung finden sollen. In ein solches Konzept würde auch die Ausgestaltung der Hauptrollen passen, dürfen doch Broderick, Close, Midler und Walken keine Figuren, sondern lediglich ihr Image spielen. Einzig die Kidman wäre aus dieser Perspektive eine Spielverderberin, weil allein sie ihre Rolle der zickigen Karrierefrau in der Identitätskrise differenziert darzustellen versucht.

Aber nein, bei den Frauen von Stepford versagt jeder gute Wille. Da sollte nichts im Stil gespiegelt werden, da herrscht keine Ironie, da gibt es keine tiefere Aussage. All das wäre nicht weiter tragisch, nur sollte dann doch zumindest eine sonstwie geartete Form von Unterhaltung stattfinden. Dabei hätte man die Geschichte um eine Protagonistin, die zur identitätslosen Maschine programmiert werden soll, ohne von der Bedrohung zu wissen, entweder so subtil gruselig erzählen können wie einst die der ebenso ahnungslosen Rosemary. Oder auch als skurriles Märchen im Burtonschen Stil. Da hätte Oz sich zwar des Kopierens verdächtig gemacht, aber Kopieren ist immer noch besser als schlichtes Langweilen. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #35.
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