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Final Destination 3

USA/D 2006. R,B: James Wong. B: Glen Morgan. K: Robert McLachlan. S: Chris G. Willingham. M: Shirley Walker. P: New Line Cinema, Hard Eight Pictures u.a. D: Mary Elizabeth Winstead, Ryan Merriman, Kris Lemche, Texas Battle, Alexz Johnson, Jesse Moss, Sam Easton, Chrystal Lowe, Chelan Simmons u.a.
93 Min. Warner ab 13.4.06

Das 3. Finale

Von Carsten Tritt »Ich bin froh, seid ihr es auch«, und dann noch: »Lasset mich in das Haus des Vaters gehen.« Wenn das Beispiel des Johannes Paul II. allzusehr Schule machen würde, wäre dies wohl das Ende gepflegter Slasher-Tradition. Zum Glück hat irgendein Set-Designer einen grimmig schauenden Pappmaché-Teufel vor die todbringende Achterbahn gestellt, der auf nicht gerade dezente Weise daran erinnert, daß amerikanische Teenager im Jenseits grundsätzlich nicht in das Haus des Vaters eingelassen werden und daß Hollywood nicht der Vatikan ist. Statt also dem unvermeidbaren Tode mit würdevoller Gelassenheit entgegenzusehen, sehen wir die übliche Riege von hoffnungsvollen US-Jungdarstellern alsbald wie verängstigte junge Rehkitze durch einen mittelmäßigen Film hüpfen.

Für diejenigen, die die ersten beiden Teile verpaßt haben, noch mal kurz das Prinzip: Ein paar junge Spunde entkommen durch mysteriöse Vorahnung einer der Figuren dem sicheren Tode – hier in Form einer entgleisenden Achterbahn – nur um kurz darauf durch möglichst obskure Verkettungen ungünstiger Umstände doch noch gebrutzelt/geschreddert/zermatscht/getackert/ aufgespießt/nochmals zermatscht zu werden. Denn der Tod ist ein sehr nachtragender Gevatter und läßt sich nicht gern ins Handwerk pfuschen.

Final Destination 3 kann oder will dem bekannten Handlungsmuster nichts neues hinzufügen – Ansätze hierzu werden jedenfalls im Verlauf des Films nicht weiter verfolgt. Der dritte Teil wirkt somit eher wie ein Remake denn eine Fortsetzung seiner beiden deutlich gelungeneren Vorbilder. Enttäuschend ist insbesondere, wie dilletantisch der Versuch des Aufbaus von Suspense gescheitert ist. Die Leinwand wird dabei meist als Suchbild inszeniert, in der der Zuschauer aufgefordert wird, die nächste tödliche Attacke vorherzusehen; und das ist dann in der Regel auch so platt, wie es klingt. Zudem verzichtet das Drehbuch absichtlich auf die Erzeugung erwähnenswerter emotionaler Bindungen zwischen und vor allem zu seinen Charakteren, um die als Paukenschläge inszenierten Todesfälle auch für ein empfindsameres Publikum nicht zu tragisch werden zu lassen. Denn schließlich soll Final Destination 3 ja vor allem ein Spaßfilm sein, und nicht ein als Horrorfilm verkleidetes Dramolett wie z.B. dieses The Hills Have Eyes-Remake. Ein nettes Filmchen ist Final Destination 3 ja dann auch geworden, nicht richtig schlecht, aber eben auch nicht mehr als ein wenig sinnfreier FSK-16-Splatter für laue Abende, bei dem das Gezeigte schon fast vergessen ist, bevor der Abspann richtig angefangen hat – und somit in gewisser Weise ein mahnendes Beispiel auch für unsere eigene Vergänglichkeit. 1970-01-01 01:00
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