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Final Destination

Final Destination. USA 2000. R,B: James Wong. B: Glen Morgan, Jeffrey Reddick. K: Robert McLachlan. S: James Coblentz. M: Shirley Walker. P: New Line Cinema. D: Devon Sawa, Ali Larter, Kerr Smith, Kristen Cloke, Chad E. Donella, Seann William Scott, Tony Todd u.a.
97 Min. Kinowelt ab 21.9.00

Genre-Glanzstück

Von Frank Brenner Was wäre, wenn man genau wüßte, daß man nicht mehr lange zu leben hat? Mehr noch: Was wäre, wenn man dank einer Vorahnung mit einer Handvoll anderer Menschen eine Katastrophe überlebt und somit dem Tod ein Schnippchen geschlagen hätte, jetzt aber einem vorherbestimmten Plan ausgeliefert wäre, der nach und nach die Überlebenden ihrerseits zu Opfern werden läßt?

Man würde sicherlich alles Menschenmögliche daransetzen, diesem Schicksal zu entkommen und dem Tod erneut die lange Nase zu zeigen. Genau das versucht der Protagonist von Final Destination, und da er der Held ist, will er natürlich auch möglichst viele der anderen Überlebenden erretten. So kommt es, daß er häufig am Schauplatz unnatürlicher Todesfälle ist und sich bald der höheren Gewalt entziehen und den Beamten des FBI erwehren muß.

Das alles klingt nicht nur reichlich konstruiert, das ist es tatsächlich auch. Die Drehbuchautoren haben ihrer wilden Phantasie freien Lauf gelassen und sich nebenbei einige der durchgeknalltesten Todesarten einfallen lassen, die bislang in Gruselfilmen zu sehen waren. Einige davon werden auf komplizierte Art eingefädelt, um die Spannung beim Zuschauer durch dessen Vorahnung kontinuierlich zu steigern. Man ahnt minutenlang, was kommen wird und sieht die Figuren in ihr Verderben rennen. Andere »Unfälle« passieren auf effektvolle Weise plötzlich und unerwartet. Deswegen ist es auch unfair, mehr über den Inhalt zu verraten, denn so wird man von Final Destination noch viel häufiger überrascht werden.

Regisseur James Wong nimmt seinen Film selbst nicht ernst und schafft es dennoch, einen dichten Spannungsbogen aufzubauen – ein seltener Glücksfall im Genre des mystisch angehauchten Thrillers. Wenn man sich auf seinen morbiden Humor und einige unvermeidliche logische Brüche einlassen kann, bietet Wongs Film kurzweilige Unterhaltung. Seine Vorbilder hat er in den Größen des Horror- und Gruselkinos, und ähnlich wie Joe Dante mit The Howling hat auch Wong diesen Menschen Respekt gezollt, indem er seinen Charakteren ihre Namen gab: Da finden sich die Nosferatu-Legenden Murnau und Schreck, der Vampyr-Regisseur Dreyer oder amerikanische Idole wie Hitchcock, Browning oder Val Lewton in den Rollennamen wieder.

Im Gegensatz zu vielen anderen Genreregisseuren der letzten Jahre hält James Wong einem Vergleich mit solch großen Vorreitern weit besser stand. Er hat Sinn für Atmosphäre, Spannungsaufbau und überraschende Effekte. Und wer Angst vorm Fliegen hat, wird sich hiernach bestimmt nicht mehr so schnell in ein Flugzeug setzen. 1970-01-01 01:00
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