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Final Call – Wenn er auflegt, muß sie sterben

Cellular. USA/D 2004. R: David R. Ellis. B: Chris Morgan. K: Gary Capo. S: Eric Sears. M: John Ottman. P: New Line Cinema, Electric Entertainment. D: Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy u.a.
94 Min. Warner ab 3.2.05

Nicht auflegen!

Von Frank Brenner Larry Cohen hatte in den 70er Jahren eine geniale Idee, die von Alfred Hitchcock verfilmt werden sollte. Die ultimative Herausforderung für den Master des Suspense – ein Thriller, dessen Handlungsort sich auf eine Telefonzelle beschränkte. Doch es kam nicht mehr zu dieser letzten Regiearbeit Hitchs, und Cohen mußte mehr als zwanzig Jahre warten, bis Joel Schumacher im Jahr 2002 seinen Stoff als Phone Booth auf die Leinwand brachte. Im Zeitalter des Handys mußte an der Idee gefeilt werden, damit sie überhaupt noch glaubwürdig wirken konnte. Das Ergebnis spielte nicht nur Colin Farrell in die A-Liga der Hollywoodstars, sondern konnte aufgrund seiner klaustrophobischen Dichte als einer der spannendsten Thriller des Jahres uneingeschränkt überzeugen. Nun hat erneut ein älterer, bislang unverfilmter Stoff Larry Cohens die Grundlage für einen nervenzerrenden Thriller über einen Telefonanruf geliefert, der über Leben und Tod entscheiden wird.

Unerwartet dringen die Gangster mit brutaler Gewalt in die Privatsphäre der Lehrerin Jessica Martin ein. Sie erschießen ohne Vorwarnung ihre Haushälterin und kidnappen die schöne Familienmutter, ohne daß diese ahnen könnte, was der Grund dafür ist. In ihrem Gefängnis gelingt es Jessica, von einem eigentlich zerstörten Telefon aus nach draußen zu telefonieren. Sie landet auf dem Handy des in den Tag hineinlebenden jungen Ryan, der sich schließlich davon überzeugen läßt, daß er das Leben der Entführten und ihrer Familie retten kann, wenn es ihm gelingt, die Telefonverbindung aufrecht zu erhalten und die Polizei von der Sache zu informieren – was sich als wesentlich schwieriger als gedacht herausstellt.

Was für eine Ausgangssituation für einen grandiosen Action-Blockbuster! Die Story kombiniert die raffinierte Struktur des erwähnten Phone Booth mit der atemberaubenden Rasanz von Filmen wie Speed zu einem überaus kurzweiligen ersten Thriller-Highlight des Jahres. Natürlich gibt es so manche Konstruiertheit, ohne die Filme dieser Machart aber schlichtweg nicht funktionieren können. Durch einen erfrischend frechen Humor, der sich auch in den spannendsten Augenblicken des Films noch Bahn bricht, kann man über diese schematischen Handlungsstränge großzügig hinwegsehen. Von anderen Genrefilmen hebt sich Final Call desweiteren durch großartige Darstellerleistungen und eine makellose, auf Tempo und Timing konzentrierte Inszenierung sehr positiv ab. David R. Ellis, ein vielbeschäftigter Stuntkoordinator und 2nd-Unit-Regisseur, empfiehlt sich damit als talentierter Nachfolger für Genregrößen wie Walter Hill oder Richard Donner. 1970-01-01 01:00
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