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Female Perversions

USA 1996. R,B: Susan Streitfeld. B: Julie Hebert. K: Teresa Medina. S: Curtiss Clayton. M: Debbie Wiseman. D: Tilda Swinton, Amy Madigan, Karen Silas, Paulina Porizkova, Clancy Brown, Frances Fisher u.a.
110 Min. Kinowelt ab 24.10.96
Von Thomas Meißner Female Perversions – ein etwas anderer Film? Der Titel könnte es vermuten lassen. Doch weit gefehlt! Susan Streitfelds Debütfilm basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Louise J. Kaplan. Bereits 1991 hatte die ehemalige Agentin, sie vermittelte so bekannte Schauspieler wie Daniel Day-Lewis, Jennifer Jason Leigh und Juliette Binoche, das Buch in die Hände bekommen und beschlossen, es zu verfilmen. Herausgekommen ist ein Movie von Frauen nicht nur für Frauen.

Erzählt wird die Geschichte der erfolgreichen Anwältin Eve Stevens (Tilda Swinton). Nach einem gerade siegreich beendeten Prozeß steht ihr die Berufung zum Richteramt bevor. Während beruflich also alles in Ordnung ist, sieht es im privaten Bereich nicht so rosig aus; erfolgreiche Frauen haben eben keine Freunde. Oder? Da ist der Erdbebenexperte John (Clancy Brown), doch mit ihm scheint sie ein eher auf sexuellen Kontakt begrenztes Verhältnis zu verbinden. Auch die Beziehung zur Psychiaterin Renee (Karin Silas) beginnt und endet im Bett, pardon, auf der Hängematte. Doch sind das female perversions?

Undurchsichtig, aber auch spannend wirkt die tatsächliche Handlung durch das mehrmalige Einblenden von Traumbildern. Irgendetwas in Eves Vergangenheit machte sie zu dem, was sie ist. Auch ihre Schwester Madelyn (Amy Madigan) hat ein Problem: Sie ist Kleptomanin. Dieser Umstand führt die beiden Schwestern zusammen, und gemeinsam entdecken sie die Gründe für ihr Verhalten.

Der Film beleuchtet das Seelenleben einer erfolgreichen Geschäftsfrau im heutigen Amerika, ihre Ängste, ihre Konflikte und wie sie mit ihnen scheinbar fertig wird. Der Zuschauer leidet mit ihr und ist am Ende froh, wenn sie es geschafft hat. Doch mit weiblichen Perversionen hat das nun wirklich nichts zu tun. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #04.
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