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FearDotCom

USA 2002. R: William Malone. B: Josephine Coyle. K: Christian Sebaldt. S: Alan Strachan. M: Nicholas Pike. P: Columbia Pictures. D: Stephen Dorff, Natascha McElhone, Stephen Rea, Jeffrey Combs, Nigel Terry, Michael Sarrazin, Udo Kier, Anna Thalbach u.a.
101 Min. Columbia ab 17.7.03

Slash-Animation

Von Frank Brenner Wenn man William Malones Film einem Genre zuordnen sollte, müßte man wohl am ehesten den schon angestaubten Begriff des Schockers bemühen. Der Mann, der vor vier Jahren mit House on the Haunted Hill eine schwer mißlungene Hommage ans Schreckenskino der 50er Jahre versuchte, kombiniert in FearDotCom das Ambiente des Hightechthrillers mit dem plumpen Schockstil eines William Castle.

Die Story erinnert wohl nicht von ungefähr an ein erst jüngst über die Leinwände gegeistertes Remake eines originellen japanischen Independent-Horrorfilms – The Ring. Darin wurde der Konsum eines ganz besonderen Videos zum sicheren Todesurteil, denn mehr als eine Woche überlebte das Anschauen niemand. Hier ist es eine todbringende Website, deren angsteinflößender Content den Surfer schon innerhalb der nächsten 48 Stunden dahinrafft.

www.feardotcom.com ist eine Seite, soviel kann man hier getrost erwähnen, ohne zuviel zu verraten, auf der man der Folterung und letztendlich sogar Tötung von jungen Frauen live beiwohnen kann. Malone hätte diese Prämisse getrost als Aufhänger für eine nicht uninteressante Kritik am Konsumverhalten oder der Mediennutzung verwenden können. Doch das war offensichtlich keinesfalls sein Bestreben. Viel wichtiger schien es ihm, den Zuschauer in einem nur mau kausalisierten Schockzustand zu halten. Die Szenerie könnte nicht unwirtlicher, düsterer, verregneter und dreckiger sein. Durch den zusätzlichen geballten Einsatz von Ekel- und Schreckelementen verkehrt sich der intendierte Effekt schon nach kurzer Zeit ins Gegenteil: Der Zuschauer stumpft ab und beginnt, sich zu langweilen.

Der Humbug, der einem am Schluß als Lösung des Ganzen präsentiert wird, macht auch nicht gerade glücklicher. Schade ist, daß so mancher guter Darsteller undankbar verheizt wird. Stephen Rea bekommt nie wirklich die Gelegenheit, aus seiner Rolle etwas zu machen, scheint sogar teilweise regelrecht gelangweilt. Aber am peinlichsten ist der Kurzauftritt des renommierten Theater- und Derek-Jarman-Mimen Nigel Terry, dessen unrühmlicher Abgang auf fatale Weise an eine Hitchcock-Parodie aus Mel Brooks' Höhenkoller erinnert. 1970-01-01 01:00
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