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Fear – Wenn Liebe Angst macht

USA 1996. R: James Foley. B: Christopher Crowe. K: Thomas Kloss. S: David Brenner. M: Carter Burwell. D: Mark Wahlberg, Reese Witherspoon, William Petersen, Alyssa Milano u.a.
95 Min. UIP ab 7.11.96
Von Oliver Baumgarten »Nobody is gonna hurt our family!« Mit diesem grimmigen Ausspruch des entschlossenen Familienvaters ist das Grundthema von James Foleys Fear bereits deutlich beschrieben. Foley zeigt die Familie als Festung, die unerwünschte Eindringlinge energisch abzuwehren versteht, sie zur Not gar recht rüde aus dem Weg schafft. Dieser an die amerikanischen Werte gemahnende Plot kommt reichlich konservativ daher und drängt sich dabei ziemlich unbescheiden auf.

Auslöser des ganzen ist Nicole, die Tochter des Hauses (Reese Witherspoon), die auf die Masche des kultiviert und verständnisvoll scheinenden David (»Marky« Mark Wahlberg) hereinfällt und sich in ihn verliebt. Als sich dieser jedoch als ein rechter Psychopath entpuppt und Nicole ihn wieder loswerden möchte, läßt er sie nicht gehen. Der unsympathische und ruppige Versuch des Vaters, Psycho-David von seiner Familie fern zu halten, erweist sich als fatal, denn jener zeigt sich mit seinen Kumpanen im Jähzorn als arger Wüterich.

Die Story von Fear ist alt und die Aussage aufdringlich reaktionär: Das Haus der Familie, in dem der Showdown stattfindet, erinnert durch seine Panzerverglasung und den Hightech-Security-Schnickschnack an ein nationales Heiligtum, das von einer Gruppe asozialer und dazu geistig umnebelter Twens gestürmt wird. Hilfe von außen braucht die Familie nicht; die Polizei trifft erst ein, als alles vorbei ist. Wer sich darauf einlassen will: Platz für Interpretationen bietet diese Konstellation allemal.

James Foley enttäuscht nach seinem genialen und bitteren '92er Film Glengarry Glen Ross mit diesem nicht mehr als handwerklich soliden Thriller, dessen klischeehafte Charaktere absolut voraussehbar handeln. Der Versuch, wenigstens die Figur des Vaters aus dem Gut-Böse-Raster zu heben, sie David anzugleichen und damit allzu krasse Konturen verschwimmen zu lassen, mißlingt. Viel mehr als eine Auftragsarbeit dürfte dieser Thriller für James Foley wohl nicht gewesen sein. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #04.
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