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Fascination

D/GB 2002. R,B: Klaus Menzel. K: Reinhart Peschke. S: Toby Yates. M: John Du Prez. P: Quality Films, Classic Map. D: Jacqueline Bisset, Adam Garcia, Alice Evans, Stuart Wilson, James Naughton, Craig Cady, Jaime Bello u.a.
95 Min. Solo-Film ab 14.10.04

Wilde Nächte

Von Frank Brenner Jacqueline Bisset hat mal wieder einen Film gedreht! Allein diese Tatsache macht schon neugierig auf den mit deutschen Geldern produzierten und von Klaus Menzel inszenierten Film Fascination. Bisset, die einst einer der zugkräftigsten Stars der 70er Jahre war, hat auch mit 60 Jahren kaum etwas von ihrem Sex-Appeal eingebüßt. Und doch ist es eine bittere Enttäuschung, sie in einem so schwachen Film erleben zu müssen, der noch am ehesten an ihren thematisch verwandten Film Wilde Orchidee erinnert, der ebenfalls auf Hochglanz polierter Schund war.

Die Bisset spielt Maureen, deren Mann bei einem morgendlichen Schwimmen vor der Küste Floridas ums Leben kommt. Ihre Trauer hält nicht lange vor, kurz danach präsentiert sie ihrem erwachsenen Sohn den Mann, den sie schon in Kürze zu heiraten gedenkt. Scotts Misstrauen ist geweckt, doch die Tochter seines neuen Stiefvaters und ihre weiblichen Reize lenken Scott zunächst von Verdächtigungen ab. Doch schon bald verdichten sich die Indizien, die darauf hindeuten, dass Scotts Vater ermordet wurde.

Filme wie Fascination sieht man seit der Erfindung von Videokassetten eigentlich kaum noch auf der großen Leinwand. In exotischen Kulissen billig produziert, mit einigen abgehalfterten B-Stars und attraktiven, unbekannten jungen Leuten besetzt, beschränken sich ihre Meriten in der Regel auf hübsch anzusehende Landschaften und Softsex. Die Dialoge sind von geradezu peinlich schlechter Qualität, die Handlung dermaßen konstruiert und unglaubwürdig, dass man ihr schon nach kürzester Zeit nicht mehr allzu viel Aufmerksamkeit widmet. Es soll um Komplotte, Intrigen, Geheimnisse und Undurchsichtigkeiten gehen, aber all diese Thrillerelemente sind dann doch wieder nur Vorwand für nackte Körper. Davon gibt es auch in Fascination genügend zu sehen.

Alice Evans läuft zumeist in hautengen Badeanzügen, die vom Wasser nahezu durchsichtig geworden sind, durchs Bild, und der gutgebaute Adam Garcia präsentiert seinen Oberkörper ungefähr drei Viertel der Laufzeit vollkommen nackt. Diese »erotischen Momente« qualifizieren den Film aber eben fürs Fernsehen in den eigenen vier Wänden – fürs Kino ist so ein Film absolut ungeeignet. Sexszenen als solche gibt es auch, aber die sind einigermaßen prüde inszeniert und reichen noch nicht einmal an die Vorbilder aus den 80er Jahren heran, mit denen Zalman King früher seine Brötchen verdiente. Jacqueline Bisset kann einem Leid tun. Denn von ihren Auftritten in Filmen wie diesen wird die Filmszene wohl kaum Notiz nehmen. 1970-01-01 01:00
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