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Ey Mann – Wo is' mein Auto!!?

Dude, Where's My Car? USA 2000 R: Danny Leiner. B: Philip Stark. K: Robert M. Stevens. S: Kent Beyda, Kimberly Ray. P: Alcon Entertainment. M: David Kitay D: Ashton Kutcher, Seann William Scott, Kristy Swanson u.a.
Fox ab 22.3.01

Zielgruppen-Klamauk

Von Tamar Noort Ich bin leider kein fünfzehnjähriger pubertierender Junge. Das ist wohl die erste Voraussetzung, um dem Humor dieses Films beizukommen.
Zwei Jungs haben eine Nacht so richtig durchgesoffen (Cool!!!). So sehr gesoffen, daß sie gar nicht mehr wissen, was in der vorherigen Nacht passiert ist (Mega!!!). Ein Rätsel also, wo der Kühlschrank voller Pudding herkommt (Witzig!!!) und warum die Heißeste der Schule plötzlich zum Knutschen gewillt ist (Waaahnsinn!!!). Wir sind aber in Amerika. Deshalb ist das größte Problem auch gleich titelgebend: Das Auto ist weg. Viele Fragen, die es zu beantworten gilt, und wir dürfen Jesse und Chester bei der Arbeit zuschauen, die sie natürlich ausgesprochen trottelig verrichten. So werden sie von intergalaktischen Damen verfolgt, die ständig ihre sexuellen Dienste anbieten im Austausch gegen einen ominösen Universumstransmitter, sie werden entführt von einer Sekte, treffen auf kiffende Hunde und fliehen vor einer Drag Queen.

In ihrer Lustigkeit sind die beiden tatsächlich ganz süß; das reicht nur leider nicht, den Film zu tragen. Was dem Film aber zum größten Problem wird, ist die Fixierung auf eine so kleine Zielgruppe und die damit verbundene Einseitigkeit der Komik. Daß pubertierende Jungs eigentlich nur Sex und Frauen im Kopf haben, ist nicht nur allseits bekannt, sondern auch so klischeebesetzt, daß sich nach dem dritten Busenwitz schlicht das Gähnen ausbreitet.

So gelingt es nicht, den Film ernst zu nehmen, was vielleicht auch nicht unbedingt sein muß, denn zuweilen ist er durchaus unterhaltsam: So hier und da gibt es gar den Hauch eines netten Einfalls, und ich kann mich eines Schmunzelns nicht verwehren. Leiner spielt mit Motiven aus Musikvideos, etwa wenn die beiden Jungs eine Party besuchen, die ganz im Stile eines glamourösen Hip-Hop-Videos mitsamt nackter tanzender Mädchen am Pool angelegt ist, und die Überzeichnung dessen ist durchaus gelungen.

Wenn Jesse seinem Horror über die in Plastikfolie gehüllten Sektenmitglieder Ausdruck verleihen will und sich in einem Countrysong-Video wähnt, macht der Film endgültig klar, daß er cool sein will und kultig und vor allem am Puls der Zeit. Und trifft somit genau die Seele seiner Zielgruppe.

Übrigens: Jesse und Chester retten natürlich so nebenbei die Welt. Das ist super, und deshalb werden sie auch von den Außerirdischen belohnt. Was kann sich ein Junge Schöneres wünschen: plopp! und plopp! , und schon haben die Brüste ihrer Freundinnen plötzlich Pamela-Anderson-Format.
Ende gut, alles gut. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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