Von Antje Krumm
Mit seinem neuen Film zeigt sich der ewige Festivalliebling Tom DiCillo (
Living in Oblivion,
Box of Moon Light) von seiner bislang leichtesten Seite.
Echt Blond ist eine echte Beziehungskomödie um Männlein, Weiblein, Sex und wahre Liebe, angesiedelt in New Yorks Medien- und Modewelt. Der ewig arbeitslose Schauspieler Joe (Modine mal wieder richtig gut), der auf die anspruchsvolle Rolle wartet, lebt mit der erfolgreichen Make-Up-Artistin Mary zusammen. Sie bezahlt die Rechnungen, schmeißt den Haushalt und zweifelt zunehmend an der Reife ihres Partners – die Beziehung reibt sich langsam in alltäglicher Routine auf.
Joes Kellnerjob-Kollege Bob (Wiedersehen macht Freude: Maxwell
Grease 2 Caulfield) ist nicht nur als Aufreißer erfolgreich: Der Schauspieler bekommt die Hauptrolle in einer erfolgreichen Seifenoper. Seinem eigentlichen Ziel kann Soap-Prominenz nur helfen; er möchte eine echte Blondine kennenlernen, und das ist ganz schön schwierig.
Die sympathische Geschichte wird von den durchweg überzeugenden Darstellern getragen – natürlich dürfen auch Auftritte von Steve Buscemi und DiCillo selbst nicht fehlen. Durch die gelungene Figurenkonstellation hebt
Echt Blond sich von romantischen Komödien à la Hollywood ab; DiCillos Helden und Antihelden sind teils skurril, teils auch vertraut wie alte Bekannte. Nette Dialoge mit satirischen Seitenhieben auf das Showbusiness und wirklich gute Jokes runden ein Stück solides Unterhaltungskino – nicht gänzlich ohne Tiefgang – ab.
1970-01-01 01:00