Von Valeria Füchtner
Was zunächst eine altbekannte Problematik der Filmwelt darstellt, die unauffällige Beseitigung einer Leiche aufgrund der vermeintlichen Schuld am Tod des Opfers (
The Trouble With Harry, 1955), inszeniert Regisseur Klaus Krämer in seinem Erstlingswerk
Drei Chinesen mit dem Kontrabaß gekonnt, makaber und witzig.
Ausgangspunkt ist das Auffinden seiner toten Freundin durch Paul nach einer durchzechten Nacht im gemeinsamen Wohnzimmer. Da der drogenkonsumbedingte Filmriß des Vorabends an der eigenen Unschuld zweifeln läßt, bittet Paul seinen Freund Max um Hilfe. Dieser scheint aufgrund seiner Chirurgentätigkeit als Problembeseitiger ideal. Die Vertuschung des »casus« ruft nicht nur bei Nachbar Rüdiger, überzeugend verkörpert von Edgar Selge, Skepsis hervor, sondern auch beim eigentlichen Täter.
Krämer setzt die Höhen und Tiefen der Männerfreundschaft zwischen Paul und Max, Familienbande und ihre Verstrickungen vor allem in der Wohnung der Ermordeten in Szene. Die Inszenierung der Geschehnisse an einem alltäglichen Ort macht die Erzählung gleichzeitig glaubwürdig und erschreckend. Witzige Dialoge und eine gute Besetzung fesseln den Zuschauer bis zum unerwarteten Ausgang. Die Kamera zeigt die Protagonisten überwiegend in Nahaufnahme und kennzeichnet sich durch schmale Bildausschnitte. Die verzerrte Sichtweise Pauls während seines Drogentrips wird mit der Verzerrung der subjektiven Kameraperspektive verbildlicht.
Hingegen sind es Farben, Geräusche, Reaktionen und kleine Andeutungen, welche die blutige und makabre Beseitigung der Leiche verdeutlichen (die Arbeit mit der Häckselmaschine erinnert unweigerlich an
Fargo). Gerade diese Beschränkung, die fehlenden blutigen Bilder, machen den Film in seiner Erzählweise stark, überzeugend und komisch.
1970-01-01 01:00