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Down

NL/USA 2001. R,B: Dick Maas. K: Marc Felperlaan. S: Bert Rijkelijkhuizen. P: First Floor Features. D: James Marshall, Naomi Watts, Eric Thal, Michael Ironside u.a.
107 Min. AFM ab 23.05.02
Von Matthias Grimm Freudianer fänden ihre Freude an Fahrstühlen: Sie öffnen und schließen sich, gleich einer übergroßen Vagina, hinein dringt das Leben, hinaus drängt es wieder. Tatsächlich schenkt der Fahrstuhl zu Beginn von Down Leben, um später festzustellen, daß es mehr Spaß macht, es zu nehmen. Die Mutter wird zur Furie, und Ödipus (der Blinde) muß sterben. Natürlich: Der Teufel muß eine Frau sein, und in diesem Fall ist sie sogar intelligent; im schlimmsten Fall aber ist der Teufel deutsch. Ob das von mir ernst gemeint ist? Nein. Aber das ist dieser Film auch nicht.

Das Remake von De Lift bewegt sich schwankend auf einer Grenze zwischen Horror und Trash und entwickelt in seinen besten Szenen ein paar herrlich schwarzhumorige Montagegags. Der Holländer Dick Maas, der auch das Original inszenierte, muß sogar vor Hunden und Randgruppen nicht halt machen, und die anarchische Freude, die er beim Austesten der amerikanischen Pietätsgrenzen gehabt haben muß, ist dem Produkt anzumerken.

An anderer Stelle erhält der Film eine unfreiwillig-makabre – und damit fast schon schwarzhumorige – Brisanz, wenn nämlich der Präsident einen Terroranschlag hinter den Vorkommnissen vermutet und den Ausnahmezustand verkündet. Bevor in diesem Sinne Filme über uns hereinbrechen werden, die auch in den letzten Winkeln Helden des Alltags entdecken, huldigt der Film einer Berufsgruppe, die dabei mit Sicherheit und zu Unrecht übersehen wird: dem Fahrstuhlmonteur. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #25.
© 2012, Schnitt Online

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