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Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit

Déjà Vu. USA 2006. R: Tony Scott. B: Bill Marsilii, Terry Rossio. K: Paul Cameron. S: Chris Lebenzon. M: Harry Gregson-Williams. P: Touchstone Pictures u.a. D: Denzel Washington, Paula Patton, Val Kilmer, James Caviezel, Adam Goldberg u.a.
127 Min. Verleih ab 27.12.06

Täglich grüßt die Bombe!

Von Judih Maren Lange Fröhliche Menschen besteigen ein Schiff. Wenige Minuten nach dem Ablegen explodiert es und brennt völlig aus. Eine der Leichen am Uferrand ist eine junge Frau, die schon vor der Explosion ums Leben gekommen sein muß. Special Agent Doug Carlin, souverän und routiniert gespielt von Denzel Washington, nimmt die Ermittlungen auf. Die Untersuchungen des FBI, in dessen Stab Carlin aufgenommen wird, laufen hochtechnologisiert ab. Das Spähgerät, mit dem man vier Tage in die Vergangenheit sehen kann, ist beeindruckend, doch gleichzeitig merklich angelehnt an technische Raffinessen wie beispielsweise in Minority Report. Und das Gerät hat einen großen Makel: Die Beobachteten bemerken, daß sie unter Observation stehen.

Déjà Vu wäre kein US-amerikanischer Action-Thriller, wenn sich der Held nicht in eine zu rettende Frau verlieben würde. Der Held der Gegenwart steht lediglich vor dem Problem, daß die Frau seines Herzens schon tot ist. Also reist er mittels Zeitmaschine in die Vergangenheit, um dort seines Amtes zu walten. Viele Schüsse und blutige Wunden später hat er Claire, gespielt von Newcomerin Paula Patton, aus den Fängen des Bösewichts und Bombenlegers befreit, und gemeinsam verhindern sie das Schlimmste: Es gibt zwar wieder eine Explosion, doch die meisten Menschen auf dem Touristendampfer kommen glimpflich davon. Nur Carlin muß sein Leben lassen.

So weit, so tragisch. Doch durch Regisseur Tony Scotts Adern fließt zuviel amerikanisches Blut, als daß ein bittersüßes Ende genug wäre: Wie Phoenix aus der Asche erscheint der in der Gegenwart duplizierte Carlin und läßt sich von der ihm noch unbekannten, aber unübersehbar sympathischen Claire bezirzen. Wer hier schon genug hat von Happy End-Gesäusel, der denke nur an die Widmung des Filmes: Sie gilt den Männern, die nach der Hurricane-Katastrophe in New Orleans vollen Einsatz geleistet haben. Warum nur werden filmisches Heldentum und Realität immer so schrecklich vermischt in Amerika? 1970-01-01 01:00
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