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Dark Water – Dunkle Wasser

Dark Water. USA 2005. R: Walter Salles. B: Rafael Yglesias. K: Affonso Beato. S: Daniel Rezende. M: Angelo Badalamenti. P: Touchstone Pictures, Post No Bills Films, Pandemonium Productions, Vertigo Entertainment. D: Jennifer Connelly, John C. Reilly, Tim Roth, Ariel Gade, Dougray Scott, Pete Postlethwaite, Perla Haney-Jardine u.a.
105 Min. Buena Vista ab 22.9.05

The Lost Girls

Von Frank Brenner Seit einigen Monaten kann man sich im Kino wieder so gepflegt gruseln, wie seit den 50er Jahren nicht mehr. Verantwortlich für diesen neuen Trend weg von offensichtlichem Horror und hin zu den Schrecken der individuellen Vorstellungskraft eines jeden Zuschauers ist das japanische Genrekino. In einer Kultur, die sich ohnehin ungleich mehr mit dem Leben nach dem Tod auseinandersetzt als Europäer oder Nordamerikaner, haben Geister und Gruseln eine lange Tradition in der Literatur, dem Theater und dem Film. Mit dem internationalen Erfolg von subtilen Schockern wie The Ring oder The Grudge nahm sich auch Hollywood dieser traditionsreichen Erzählform an und produzierte munter ebenso erfolgreiche Remakes dieser Kassenschlager. Nun hat sich auch Walter Salles, der gefeierte Regisseur von Filmen wie Central Station und Die Reise des jungen Che, an die Neuverfilmung des gleichnamigen japanischen Horrorfilms gewagt.

Dahlia Williams läßt sich gerade von ihrem Mann scheiden und muß deswegen aus Kostengründen mit ihrer sechsjährigen Tochter Cecilia in eine ziemlich heruntergekommene Bleibe außerhalb Manhattans umziehen. Eine feuchte Stelle an der Decke des Schlafzimmers verursacht schon bald Unannehmlichkeiten, doch das rätselhafte Verhalten Cecilias, die sich mit einer imaginären Freundin zu unterhalten beginnt, gibt noch wesentlich mehr Anlaß zur Sorge. Was ist mit den Mietern der Wohnung darüber wirklich geschehen, und woher kommt das beängstigend dunkle Wasser?

Das Funktionieren eines Gruselstreifens hängt in erster Linie vom stimmigen Aufbau einer beunruhigenden Atmosphäre und einer in den Grenzen des Genres schlüssigen Story ab. Dark Water bleibt dahingehend zwiespältig. Dem Drehbuchautor und dem Production Designer ist es zwar herausragend gelungen, mit Hilfe ungemütlichen Regenwetters und einer schmuddelig-gammeligen Ausstattung die richtige Stimmung für eiskalte Schauer zu kreieren, doch mit der Logik hapert es dann doch hie und da ein wenig. Entschädigt wird der aufgeschlossene Zuschauer durch eine wirkungsvolle Charakterisierung von Mutter und Tochter, die von Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly und der Newcomerin Ariel Gade überzeugend verkörpert werden. Die seelischen Abgründe vernachlässigter Kinder, die sich symptomatisch durch den Film ziehen, werden effektvoll ausgelotet und erzeugen einige Male nachhaltig Gänsehaut. Auch der in letzter Zeit viel zu selten zu sehende Pete Postlethwaite kann in seiner Rolle als mürrischer Hausmeister aus dem Vollen schöpfen und seine Figur zwischen Skurrilität und Bedrohlichkeit pendeln lassen. 1970-01-01 01:00
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