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Dancer, Texas Pop. 81

USA 1998. R: Tim McCanlies. K: Andrew Dintenfass. S: Rob Kobrin. M: Steve Dorff. D: Breckin Meyer, Peter Facinelli, Eddie Mills, Ethan Embry u.a.
93 Min. Columbia TriStar
Von Christine Ehret In Dancer, Texas liegt der Wüstenfuchs begraben. Ganze 81 Menschen bevölkern diese nette Einöde, so daß die Wahl der Freunde und des zukünftigen Ehepartners allein vom passenden Jahrgang abhängt. Die vier Highschoolabgänger Keller, Terrell Lee, Squirrel und John verbindet noch etwas anderes: Bereits mit zwölf haben sie sich geschworen, nach der Schule schleunigst nach L.A. auszuwandern. Symptomatischerweise scheitert bereits das Vohaben einer nächtlichen Spritztour Richtung »raus aus Dancer« an zuwenig Sprit.

Dementsprechend hält sich der Film für die restlichen 60 Minuten auch damit auf, zu erzählen, daß die Vier eigentlich doch an ihrer Heimat und ihre Bewohner an ihnen hängen. Dabei wirken jene Momente, in welchen dies anhand prächtiger Landschaftsaufnahmen dargestellt werden soll, zumindest auf dem Fernsehbildschirm wie ein zu heiß gewaschener Marlboro-Spot. Zudem erreicht die Art und Weise, wie die Provinzialität Dancers anhand stumpfer Dialoge und grotesk anmutender Streitigkeiten um die wenigen Frauen in Szene gesetzt wird, in ihrer Plattheit nicht die nötigen Spitzen, um tatsächlich zu amüsieren.

Hingegen besitzen jene Momente, in welchen die Vier die Schwelle aus gelangweilter Sprachlosigkeit überschreiten und in tatsächlichen Kontakt zu ihren Mitmenschen treten, in ihrer bahnbrechenden Wirkung für die Beteiligten etwas Ergreifendes. Allerdings sind die Charaktere entweder zu überzogen stereotyp – Squirrel als Tolpatsch und Nervensäge – oder bleiben blaß, wodurch ihr jeweils ganz persönlicher Kampf ums Abnabeln insgesamt nur wenig interessiert. So gelingt es diesem Film, weder spannende Einzelschicksale herauszufiltern, noch, wie George Lucas 1973 im thematisch ähnlichen American Graffiti, das Gefühl einer ganzen Generation auf die Leinwand zu bannen. Ein Film für langweilige Abende in einem langweiligen Kaff von ca. 81 Einwohnern. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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