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D-Tox – Im Auge der Angst

USA 2002. Eye See You. R: Jim Gillespie. B: Howard Swindle, Ron L. Brinkerhoff. K: Dean Semmler. S: Timothy Alverson. M: John Powell, James McKee Smith, Geoff Zanelli. P: KC Medien. D: Sylvester Stallone, Charles Duffon, Polly Walker, Tom Berenger u.a.
92 min. UIP ab 17.01.02
Von Sascha Seiler Nachdem Sylvester Stallone 1997 in Cop Land Kritiker und Publikum mit einer ansatzweise geglückten Charakterdarstellung halbwegs überrascht hatte, schien er etwas übermütig geworden zu sein und nahm sich vor, noch mehr Rollen anzunehmen, in denen er sein schauspielerisches Talent zeigen konnte.

Daß der erste Versuch gleich mißglückte und Stallone dann doch wieder den Rambo in Afghanistan zu geben gedenkt, spricht nicht gerade für den Kampfesgeist des vorbildlichen amerikanischen Helden Sylvester Stallone. Andererseits wundert man sich doch, warum der Mime in einem Film wie D-Tox eine schauspielerische Herausforderung zu finden gedachte. Hätte er nämlich den typischen Stallone'schen Einzelkämpfer gegeben – es hätte für den Film keinen großen Unterschied gemacht.

D-Tox ist ein Teenie-Slasher, der statt Teenies ausgelaugte Schauspieler wie Tom Berenger, Kris Kristofferson und eben Sly Stallone zeigt, die sich in der Abgeschlossenheit eines Bunkers inmitten einer Schneewüste gegen einen sinnlos vor sich hin mordenden Serienkiller wehren müssen. Atmosphärisch ist der Film sogar einigermaßen gelungen, was vor allem an der furchteinflößenden Location liegt.

Daß Stallone allerdings mit bewußt reduziertem Spiel stets daran erinnern muß, was für ein gebrochener Charakter er ist, nervt spätestens beim Showdown, als er dann doch Held und Retter wird und den Bösewicht erledigt. Wäre er wenigstens auch dann noch ruhig und zurückhaltend geblieben. Hätte er den Killer doch mit Intelligenz bekämpft. Und warum zerrt man diesen Film nach vier Jahren nun doch noch aus den Archiven? Braucht die Welt so dringend Helden? 1970-01-01 01:00
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