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Croupier

D/GB 1998. R: Mike Hodges. B: Paul Mayersberg. K: Mike Garfath. M: Simon Fisher Turner. S: Les Healex. D: Clive Owen, Gina McKee, Alex Kingston, Kate Hardie u.a.
87 Min. Zephir. ab 3.6.99
Von Ralf Möller Filme über Spieler gibt es eine Menge. Da hätten wir Steve McQueen in The Cincinnati Kid, Barbara Stanwyck in Gambling Lady oder Joe Mantegna in House of Games. Croupier zeigt nun die andere Seite. Doch auch ein Croupier ist nichts anderes als ein Spieler. Der feine Unterschied: Er spielt fürs Haus. Und wie sagt Gary Sinise es so schön in Brian DePalmas Snake Eyes: The house always wins. Es sei denn, der Croupier läßt sich von der Magie des Glücksspiels fangen.

Jack, eigentlich ein erfolgloser Schriftsteller, macht den Job nur, um Geld zu verdienen. Doch schnell ist er dem Wahnsinn und Reiz des Zockens erlegen. Die Welt der Spieler gibt ihm die Inspiration fürs Schreiben. Dem Regisseur Mike Hodges und seinem Drehbuchautor Paul Mayersberg gelingt mit Croupier eine eindrucksvolle Studie über den Reiz der Versuchung und die Lust, das Schicksal zu beeinflussen.

Der von Clive Owen gespielte Jack läßt einen immer wieder an den Protagonisten aus Dostojewskis Roman »Der Spieler« denken, in dem der Autor durch die Figur des Aleksej Ivanovic seine eigene Spielervergangenheit thematisiert. Paul Mayersberg bedient sich tatsächlich des Werks des großen russischen Autors. Geschickt kombiniert mit verschiedenen Motiven seiner früheren Arbeiten führt dies in Croupier zu einem fast philosophischen Diskurs über die Macht des Spiels und ihrer damit verbundenen Sucht. Mayersberg, selbst Romancier, hatte schon in den 70er und 80er Jahren die Drehbücher für The Man Who Fell to Earth und Eureka von Nicholas Roeg, sowie Merry Christmas Mr. Lawrence, den ersten englischsprachigen Film des Japaners Nagisa Oshima geschrieben. In den 90er Jahren war er vor allem als Autor exquisiter Sex-Thriller erfolgreich. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #14.
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