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Conamara

D/IRL 2000. R,B: Eoin Moore. B: Greg O' Braonain. K: Michael Hammon. S: Dirk Grau. P: Boje Buck Produktion. D: Ellen ten Damme, Darragh Kelly, Andreas Schmidt u.a.
105 Min. Delphi ab 14.9.00
Von Lisa Schneider Vergangenheit und Gegenwart der grünen Insel und seiner Menschen haben Stoff für viele häufig politisch motivierte Filme geliefert. Das Leid der verarmten Bevölkerung während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat uns Alan Parkers Die Asche meiner Mutter unlängst vor Augen geführt.

Eoin Moore nun macht Irland zum Schauplatz eines völlig anderen Konflikts. Conamara ist nicht der sozialkritische Blick auf die Gesellschaft, sondern eine vorsichtige Studie über die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Als Axel bei Maria vor der Tür steht, muß die verheiratete Frau ihr Leben und vor allem ihre Familie in Frage stellen. Denn der unbekümmerte Aussteiger aus Deutschland will nicht nur Irland sondern auch seine ehemalige Geliebte zum neuen Mittelpunkt seines Lebens machen. Eoin Moore liebt ganz offensichtlich nicht nur seine Darsteller. Immer wieder geht die Handkamera auf ausgiebige Streifzüge in die rauhe Landschaft der irischen Atlantikküste und leistet nicht nur der Atmosphäre gute Dienste.

Die Hinwendung zur kargen Natur bedeutet hier immer auch eine Hinwendung zu den Menschen, die ungleich exponierter erscheinen.

Wollte man an dieser Stelle die folkloristische Untermalung erwähnen, könnte man Conamara nur allzuleicht der Durchschaubarkeit preisgeben. Und das sicherlich nicht völlig zu unrecht. Dennoch, Moore wirft keinen verklärten Blick auf den Alltag der Dorfbewohner. Behutsam erzählt er von einer jungen Frau, die die Erfahrung macht, daß eine Entscheidung nicht nur einmal getroffen werden will. Eines Tages kommt der Moment, in dem sie sich gegen neue Möglichkeiten bewähren muß. Und schließlich bleibt die Erkenntnis, daß man den eigenen Gefühlen nicht immer trauen kann. 1970-01-01 01:00
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