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Chocolat

GB/USA 2000. R: Lasse Hallström. B: Robert Nelson Jacobs. K: Roger Pratt. M: Rachel Portman. S: Andrew Mondsheim. P: David Brown Productions, Fat Free Limited, Miramax. D: Juliette Binoche, Johnny Depp, Judi Dench, Alfred Molina.
121 Min. Senator ab 15.3.01
Von Lisa Schneider Lasse Hallström erzählt gern schöne Geschichten. Am liebsten von Menschen, die über alle Widerstände hinweg ihr persönliches Glück finden. Ungern von solchen, die gescheitert bleiben. Lasse Hallström muß ein hoffnunsvoller Mensch sein, den man wohl als Optimisten bezeichnen kann, denn auch sein neuster Film reiht sich nahtlos in diese Tradition ein.

Chocolat ist ein Märchenfilm. Er erzählt die Geschichte einer tapferen Heldin, die eine in ihren Traditionen erstarrte Dorfgemeinschaft aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Die »höheren Mächte«, die ihr dabei zur Seite stehen, sind allerdings weniger übersinnlicher Natur, wenngleich sie jedoch einen außerordentlichen Einfluß auf die Sinne ausüben: Vianne Rocher (Juliette Binoche) bringt dem Dorf die Schokolade. Schließlich ist ja allgemein bekannt, daß diese Süßigkeit auf Kakaobasis die Leidenschaften anzuregen vermag. Und nachdem auch die letzte verlorene Seele gerettet, und der ärgste Feind besiegt ist, läßt auch der Traumprinz für unsere Heldin nicht lange auf sich warten: Johnny Depp erneut in seiner Lieblingsrolle als charmanter Außenseiter.

Wieder einmal zeigt der Schwede Hallström, was wir von seinen Filmen erwarten können: Spielarten des amerikanischen Traums – weil Glück immer als ein erreichbares Ziel gezeigt wird. Das mag zwar aufgrund einer berechenbaren Romantisierung des Lebens des Kitschfaktors nicht entbehren, bleibt aber, nicht zuletzt weil es selten ohne Tragikomik ist, erstaunlicherweise immer subtiler und unaufdringlicher als man denkt. Man läßt es sich irgendwie gern gefallen. Ende gut, alles gut! 1970-01-01 01:00

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