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Chicken Run – Hennen rennen

Chicken Run. GB 2000. R: Peter Lord, Nick Park. B: Karey Kirkpatrick. K: Dave Alex Riddett. S: Mark Solomon. M: John Powell, Harry Gregson-Williams. P: Aardman, Pathé, DreamWorks.
91 Min. Tobis ab 10.8.00
Von Carsten Happe Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei? Die freudige Erwartung auf den ersten Langfilm von Aardman Animation oder die Skepsis, ob die Erfinder von »Wallace & Gromit« dem neuen Format gewachsen sind? Jedenfalls war es ein durchaus logischer Schritt, da die »Wallace & Gromit«-Abenteuer mit der Zeit immer länger und aufwendiger wurden.

Nun also aufgescheuchte Hühner, rennende Hennen, die zu Beginn nur eine Richtung kennen: durcheinander. Denn die Panik ist groß auf Tweedys Hühnerfarm – nur noch wenige Tage, bis alle Hühner zu gewinnträchtigem »chicken pie« verarbeitet werden sollen. Da kann nur noch einer helfen: ein Held namens Rocky, der zugleich die klassische Ausgangssituation komplettiert und den Kampf »David gegen Goliath« etwas ausgeglichener gestalten soll.

Hätten Huhn Ginger und ihre Leidensgenossinnen allerdings Das große Krabbeln gesehen, wäre ihnen ein Licht aufgegangen, warum sich der Zirkushahn bei seinen Rettungsaktionen so ungeschickt anstellt. Offenbar hat sich jedoch Autor Karey Kirkpatrick vom großen Krabbeln inspirieren lassen, da die Idee vom Fluggerät, mit dem den Hennen letztendlich doch die Flucht gelingt, jenem Film entliehen scheint.

Dies soll aber die einzige Kritik an Chicken Run bleiben, denn Peter Lord und Nick Park ist ein phantastischer Film gelungen, der vor Situationskomik sprüht. Gerade die Überzeichung der Charaktere, bei der kein Klischee ausgelassen wurde, verleiht dem Film eine besondere Note, die ihn wohltuend von stromlinienförmiger Disney-Ware absetzt. Die zahlreichen Anspielungen auf die Filmgeschichte steigern den Spaß zusätzlich. Bleibt zu hoffen, daß die deutsche Synchronisation, in der Ingolf Lück Mel Gibson ersetzen soll, diesen nicht wieder raubt.

Der große Erfolg von Chicken Run in den USA und England läßt jedenfalls hoffen, daß dies nicht der einzige Langfilm-Ausflug von Aardman gewesen ist, und bald auch ein abendfüllender »Wallace & Gromit«-Film geknetet wird. Zunächst aber: Gimme more Huhn! 1970-01-01 01:00
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