— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Butterfly Effect – Das Ende ist erst der Anfang

The Butterfly Effect. USA 2003. R,B: Eric Bress, J. Mackye Gruber. K: Matthew F. Leonetti. S: Peter Amundson. M: Michael Suby. P: New Line Cinema, FilmEngine, Benderspink, Katalyst. D: Ashton Kutcher, Amy Smart, Eric Stoltz, William Lee Scott, Elden Henson, Ethan Suplee, Melora Walters u.a.
113 Min. Warner Bros. ab 26.8.04.

Lücken im Gedächtnis

Von Frank Brenner Was noch vor einiger Zeit undenkbar schien, ist mittlerweile längst nicht mehr so abwegig: Das Mainstreamkino und philosophische Betrachtungen gehen auf der Leinwand produktive Paarungen ein. Erst vor kurzem versetzten Michel Gondry und sein Drehbuchautor Charlie Kaufman mit kassenträchtigen Stars wie Jim Carrey und Kate Winslet in Vergiß mein nicht den Kinozuschauer in die unendlichen Weiten der menschlichen Erinnerungen und stießen damit existentielle Diskussionen über Sein, Schein, die Vergangenheit und ihren Einfluß auf die Gegenwart los. Der erste große Film des Duos Eric Bress und J. Mackye Gruber schlägt die gleiche Richtung ein. Mit dem Teenieschwarm Ashton Kutcher in der Hauptrolle wagen sich die beiden in Regionen vor, die im Mainstreamkino bislang kaum betreten wurden.Schon von Kindesbeinen an hat Evan Treborn Probleme mit seinen Wahrnehmungen und seinen Erinnerungen. Genau wie sein Vater, der mittlerweile für geisteskrank erklärt wurde, hat Evan immer wieder Blackouts, Lücken im Gedächtnis, die er beim besten Willen nicht stopfen kann. Als junger Erwachsener macht Evan die Entdeckung, daß er anhand seiner Tagebuchaufzeichnungen nicht nur hinter das Geheimnis dieser Blackouts kommen, sondern auch in die Vergangenheit reisen und die entsprechenden Situationen verändern kann, um die Zukunft auf diese Weise positiv zu beeinflussen. Doch was er auch unternimmt, das Ergebnis hält stets neue, katastrophale Veränderungen bereit.

Die jungen Filmemacher Bress und Gruber, die sich mit ihrem Independentfilm Blunt für Hollywood empfahlen und dort 2001 das Drehbuch zu Final Destination 2 schrieben, bleiben mit ihrer ersten Großproduktion ihren unabhängigen Wurzeln treu und wissen mit Butterfly Effect wahrhaft zu verstören. Genau wie dem unter Amnesie leidenden Protagonisten erschließen sich die Vorkommnisse dem Zuschauer erst nach und nach, was einen Großteil der Spannung ausmacht. Sind die Grundzüge der Story erst einmal etabliert, läßt sich trefflich über den weiteren Verlauf der Handlung spekulieren. Mag sein, daß die Fantasie des Zuschauers dann letzten Endes sogar auf originellere Auflösungen der Geschichte kommt als die von Bress und Gruber tatsächlich umgesetzten. Dabei würde man allerdings verkennen, daß man sich über die gesamte Spielzeit vorzüglich unterhalten und gleichzeitig über existentielle Fragestellungen nachgedacht hat, was für einen Hollywoodfilm dieser Größenordnung nun wirklich schon einiges heißen mag. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap