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Bounce

USA 2000. R,B: Don Roos. K: Robert Elswit. S: David Codron. M: Mychael Danna. P: Miramax. D: Gwyneth Paltrow, Ben Affleck, Natasha Henstridge, Joe Morton u.a.
106 Min. Highlight ab 1.2.01
Von Nikolaj Nikitin Romantic Comedies zeichnen sich vor allem durch eine abstruse Story mit unglaubwürdigen Handlungssträngen und überzeichneten Charakteren aus. Die Figuren handeln höchst unlogisch, soziale Schranken werden im Nu überwunden, meist auch die Regeln der Vernunft – ein Genre bar jeder Logik. Um so mehr hing der Erfolg dieser Filme stets immens von den Darstellern ab. Eine von der Chemie aufeinander abgestimmte Besetzung half den Hollywoodgrößen oft über das holprigste Drehbuch hinweg.

An diese goldene Regel hält sich auch die gelungene Regiearbeit von Don Roos, dessen gehypter Opposite of Sex trotz Christina Ricci tief enttäuschte. Mit Gwyneth Paltrow und Ben Affleck fand er ein perfekt harmonierendes Paar: er, der nach Katharsis gereinigte Werber, sie Witwe, er an diesem Zustand nicht ganz unschuldig, aber über beide Ohren verliebt. Sie selbstredend auch. Affleck, der bei weitem nicht so affektiert oder geleckt wirkt wie sein Busenkumpel Damon, überzeugt als Charmeur, dem ich seine Liebste nicht neide, obwohl Paltrow in diesem Film wieder zu jener bezaubernden Unschuld zurückgefunden hat, die Sliding Doors auszeichnete und dem männlichen Zuschauer weiche Knie garantiert.

Bounce konzentriert und verläßt sich vollkommen auf seine starken Protagonisten. So stört kaum die konventionelle, um nicht zu sagen einfallslose Kameraführung (was bei Robert Elswit allerdings überrascht) und eine beliebige Montage, die sich oft im banalen Schnitt-Gegenschnitt verliert. Diese ästhetische Zurückhaltung läuft nicht Gefahr, vom Spiel der beiden abzulenken. What a difference a day makes. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #21.
© 2012, Schnitt Online

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