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Bone Daddy – Bis auf die Knochen

Bone Daddy. USA 1998. R: Mario Azzopardi. B: Tom Szollosi. K: Danny Nowak. S: Dean Balser. M: Christophe Beck. D: Rutger Hauer, Barbara Williams, R.H. Thomson u.a.
91 Min. VMP/KHE
Von Carsten Tritt Rutger Hauer ist Quincy! Unser holländischer Liebling spielt den ehemaligen Gerichtsmediziner Bill Palmer. Der hat einen Roman geschrieben, basierend auf einem ungelösten Kriminalfall, in dem er einen seiner Kollegen als Täter vermutet. Angespornt durch den Bucherfolg wird der Killer wieder aktiv; und auch uns Rutger macht sich noch einmal auf die Jagd.

Die Story ist sicherlich nicht gerade prickelnd frisch – das »Mörder-folgt-der-Romanvorlage«-Thema wurde schon des öfteren umgesetzt, im Sandmann ebenso wie in meiner Lieblingsepisode von Remington Steele. Aber Bone Daddy ist ja kein Krimi, sondern gehört – so verrät uns das Videocover – zum Genre des Horror Thrillers. Und deshalb denkt sich der Killer: »Nö, ich bring die Leute nicht einfach um, sondern vorher operier' ich denen noch bei lebendigem Leibe die Knochen heraus und lege sie Rutger auf die Windschutzscheibe.«

Diese richtig ekelige Idee nutzt der Film nicht nur für amüsante Splattereffekte (die gibt's natürlich auch), sondern sie verbreitet über weite Strecken richtig altmodische Gruselspannung. Unterstützt wird das ganze von Danny Nowak, der mit seinen großartigen Kamerafahrten von präziser Tiefenschärfe sich wie ein Raubtier an die Protagonisten heranzupirschen vermag. Und dank des gewohnt guten Hauptdarstellers und der gekonnten Inszenierung stören kleine Unsinnigkeiten im Drehbuch kaum – Bone Daddy wird zu einer wirklich düsteren urbanen Legende. Die Rechte dafür liegen übrigens bei derselben Medien AG, die sich erdreistet hat, unschuldige Zuschauer mit Filmen wie Blade und Scream 2 zu nerven. Und Rutger wird wieder ins Videoregal gestellt – das ist er ja seit Vaterland gewohnt. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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