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Black Mask: Mission Possible

Hak hap. HK 1996. R: Daniel Lee Yan Kong. B: Tsui Hark. K: Tony Cheung. S: Cheung Ka Fai. M: Teddy Robin Kwan. D: Jet Li LIan Jie, Lau Ching Wan, Karen Mok Man Wai, Anthony Wong u.a.
97 Min. Rapid Eye Movies ab 2.4.98
Von Antje Krumm Dem wahren Profi-Killer, so lehrt uns das Kino, sind seine Gefühle stets im Weg. Für ihre Elite-Einheit mit tödlichen Aufgaben hat Hong Kongs Armee eine spezielle Operation entwickelt, nach der sich die Mitglieder der 701 Squad weder mit physischem Schmerz noch mit ihren Emotionen plagen müssen. Doch die Einheit soll ausgelöscht werden, was nicht vollständig gelingt: Aus den Überlebenden rekrutiert Bösewicht Shung seine Privatarmee, Tsui gelingt sogar die Flucht in ein unauffälliges Leben als Bibliothekar.

Als Shung in Hongkong einen bestialischen Drogenkrieg anzettelt, gerät Tsuis bester Freund, der Polizist Shi, in Gefahr – Tsui muß eingreifen. Doch Shung kennt Tsuis einzigen Schwachpunkt: Yu Lan ist die Frau, die Tsui einst liebte – natürlich gehört sie zu Shungs Killerkommando und versucht, ihn ins Team zurückzulocken. Kann die niedliche Bibliothekarin Tracy Tsui auf der richtigen Seite halten?

Dies alles ist nur der Hintergrund für ein fantastisches Action-Spektakel in bester Hong Kong-Manier. Opulentes Geballer verschmilzt mit perfekt choreographierten Kämpfen von Mann zu Mann an den abgefahrensten Schauplätzen seit langem: obskuren Lagerhallen, verwinkelten Kellergewölben und Kränen auf Wolkenkratzern (Viva Vertigo!). Mittendrin beweist der sympathische Held seine übermenschlichen Fähigkeiten, natürlich ganz in schwarz mit Maske, Hut und wogendem Cape – cool.

Spannend, schnell, düster, laut: Black Mask ist ein Film wie ein richtig guter Comic. Und aus den Abziehbildern werden Figuren, wenn Jet Li (Once Upon a Time in China) nicht nur als Kool Killer glänzt, sondern auch glaubwürdig sein Sehnen nach eben der Menschlichkeit vermittelt, die Karen Mok (Fallen Angels) aus jeder Pore atmet.

Deutlich spürbar ist die Handschrift des Produzenten Tsui Hark, der seine Superstars fest im Griff hat. Das clevere Schnittkonzept und die ausgefeilte Ästhetik liefern den Rahmen für die umwerfenden und brutal grausamen Kampfsequenzen, die in ihrer Bildgewalt noch lange nachwirken. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #10.
© 2012, Schnitt Online

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