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Black Day Blue Night

USA 1995. R,B: J.S. Cardone. K: Michael Cardone. S: Thomas Meshelski u.a. M: Johnnie Lee Schell, Joe Sublett. D: Gil Bellows, Mia Sara, Michelle Forbes, J.T. Walsh u.a.
93 Min. CI ab 25.7.96
Von Oliver Baumgarten So öd' das Land, so auch der Film. Schüchterne und gehörnte Ehefrau trifft Selbstbewußte und kutschiert mit ihr im offenen Cadillac über Arizonas Straßen. Unterwegs gabeln sie einen trampenden Cowboy auf, in den sich die Schüchterne verliebt; allerdings wird dieser mit seiner angeblichen Millionenbeute von der Polizei als Räuber und Mörder gesucht. Während der weiteren Handlung dezimieren sich dann so nach und nach fast alle Figuren irgendwie gegenseitig.

J.S. Cardones Film ist eine Mischung aus Road-Movie, Krimi und Liebesfilm und nervt dazu durch recht peinlich inszenierte, mit schmierigem Saxophon unterlegte Softsex-Momente. Entstandene Möglichkeiten, offensichtliche Drehbuchlöcher wenigstens mit Atmosphäre zu stopfen, schlägt Cardone bedauerlicherweise aus, so daß der Zuschauer gnadenlos den langatmigen Dialogen ausgeliefert ist, die staubtrocken von der Leinwand rieseln. Der Einsatz filmisch bemerkenswerter Mittel beschränkt sich auf die bemühte und in kein Konzept integrierte Einstreuung vager filmischer Zitate, wie aus Thelma & Louise oder The Getaway, als kurioser Schlußgag gar North by Northwest! Auch wenn es manchmal sehr befreiend wirken kann, wenn langweilige Charaktere aus dem Drehbuch gemeuchelt werden, wird es in diesem Falle niemanden trösten, denn auch die übrigen sind um keinen Deut spannender angelegt.

Black Day Blue Night ist somit bestimmt kein großes Kino-Event, sondern läßt sich vielmehr zu Hause auf Video ertragen, während man bei drei Flaschen Vitamingetränk die Restpromille vom Vorabend bekämpft. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
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