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Benjamin, die Taube

Benjamin Dúfa. S 1995. R: Gisli Snaer Erlingsson. B: Fridrik Erlingsson, nach seiner gleichnamigen Novelle. K: Sigurdur Sverrier Pálsson. S: Kerstin Eriksdottir, Gisli Snær Erlingsson. M: Olafur Gaukor. D: Sturla Sightvatsson, Gunnar Atli Cauthéry, Sigfus Sturluson, Hjörleifur Björnsson u.a.
90 Min. Atlantic ab 4.9.97
Von Benjamin Heßler Nicht irreführen lassen: Benjamin die Taube ist – Gott sei's gepriesen – weder ein esoterisch verquastes Federvieh, das Naturaufnahmen transzendental aus dem Off kommentiert, noch haben wir es mit der Lebensgeschichte einer gehörlosen Transsexuellen zu tun. Benjamin ist vielmehr ein Junge, der das magische Alter von zwölf Jahren fast erreicht hat und mit seinen Freunden Baldur, Roland und Andres all das erlebt, was in ein echtes last summer movie eben hineingehört: die obligatorische Fehde mit dem lederbejackten, springmesserschwingenden Rowdy, die Gründung einer Bande (eines Ritterbundes in diesem Fall), Streitigkeiten untereinander, der prügelnde Vater, die Begegnung mit dem Tod. Des weiteren nehmen sich die Jungs ritterlich und phantasievoll einer netten alten Dame an, die ihres Hauses verlustig geht.

Mit einigem Recht könnte man jetzt bemäkeln, daß die Parallelen zu Stand by me, dem Urvater dieses Subgenres, exzessiv bis penetrant ausfallen; insbesondere die – hier eher störende – Figur des erwachsenen Benjamin, der das ganze in der Rückschau erzählt, ist ein allzu deutliches Zitat. Benjamin die Taube kommt jedoch so skandinavisch-ehrlich und schwedisch-sympathisch daher, daß man ihm derlei nicht wirklich übelnehmen kann. Für Kinder ist der Film allemal sehenswert. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #07.
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