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Be Cool – Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit

Be Cool. USA 2005. R: F. Gary Gray. B: Peter Steinfeld. K: Jeffrey L. Kimball. S: Sheldon Kahn. M: John Powell. P: Be Cool, MGM, Jersey Films u.a. D: John Travolta, Uma Thurman, Vince Vaughn, Cedric the Entertainer, Andre Benjamin u.a.
120 Min. Fox ab 31.3.05

»I hate sequels«

Von Katja Spranz Ein Name, ein Programm. Die Fortsetzung von Get Shorty ist genau das, was der Titel verspricht: cool. Abgesehen von dem wieder einmal albernen und überflüssigen deutschen Untertitel. Der Schauplatz ist diesmal nicht das Los Angeles des Filmbusiness, sondern das L.A. des Musikgeschäfts. Auch in diesem Metier scheint wieder jedes Mittel recht, um zum Erfolg zu kommen. Ein Haifischbecken, in dem durchgedrehte Kreaturen herumschwimmen, die dem Helden auf die Nerven gehen, der aber – logo! – immer die Ruhe selbst ist und die lästigen Konkurrenten zur Schnecke macht. So antwortet Chili Palmer, nachdem ein Mordversuch auf ihn fehlgeschlagen ist, auf die Frage nach dem Schuldigen: »Ich bin jetzt im Musikgeschäft. Es könnte jeder gewesen sein«.

Der Meister-Manipulator hat keine Lust mehr aufs Filmemachen (»I hate sequels«) und versucht sich nun in der Hip-Hop-Branche. In dem Szenelokal »Viper Room« findet er seinen zukünftigen Star: die reizende Linda Moon. Doch die steht beim Konkurrenten unter Vertrag. Jeder will ihn haben, den größten Hit, also den heißesten Star – und der Konkurrenz den Garaus machen: die Russische Mafia, eine Gruppe Gangsta-Rapper – angeführt von Sin LaSalle, der ein Doppelleben als braver Familienpapi-Wonneproppen und als skrupelloser Musikkrimineller führt – ein schwuler Bodyguard, der Schauspieler werden will und dem Chili ein Casting zu organisieren verspricht (Elliot: »When are you going to call me?« Antwort von Chili:« When your phone rings.«) und der Möchtegern-Manager Raji, der sich für einen Schwarzen hält. Der Kampf findet wie auch in Get Shorty unter Produzenten statt, die aber ohne Künstler dastehen bzw. diese halten wollen. Wenig Künstler, viele Macher, die sich um einen Platz an der Sonne schlagen.

Der Ex-Filmmensch und Rockstarerschaffer in spe spielt im Tandem mit der attraktiven Produzentenwitwe Edie Athens jede Karte im Gerangel um den hitverdächtigen Star aus: Edie ihre Vergangenheit als Aerosmith-Groupie, Chili seine als Kredithai. Und endlich: Uma Thurman und John Travolta tanzen wieder; und sie werden diesmal auch ein Paar. Obwohl die Witwe nach der ersten Nacht mißtrauisch fragt, »ob er sie denn nur benutzen würde«, um in der Branche Fuß zu fassen; gerade so, als wäre sie ein unscheinbares Mauerblümchen.

Ein Lächeln, ein Spruch, ein Blick, und jeder Gegner geht vor Palmer in die Knie. Seine Intrigen machen aus ihm immer den Gewinner und sind das Herzstück der ganzen Geschichte. Den anderen gelingt es einfach nicht, ihr Revier abzustecken. Es kann nur einen Coolen geben. Auch Be Cool mutet wieder wie ein Comic an, mit Charakteren, die stilisiert, fast wie gezeichnet wirken. Und danach fühlt man sich beflügelt und irgendwie fröhlich. 1970-01-01 01:00
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