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Bats – Fliegende Teufel

Bats. USA 1999. R: Louis Morneau. B: John Logan. K: George Mooradian. S: Glenn Garland. M: Graeme Revell. P: Destination Films. D: Lou Diamond Phillips, Dina Meyer, Leon, Carlos Jacott, Bob Gunton u.a.
87 Min. Columbia-TriStar ab 4.5.00
Von Frank Brenner Im örtlichen Kino von Gallup, Texas, läuft gerade der Filmklassiker Nosferatu. Doch Texaner sind eigensinnig; wahrscheinlich haben sie den Film auch gar nicht gesehen. Sonst wüßten sie, wie gefährlich Fledermäuse des nachts werden können und sonst hätten sie auf die ernstgemeinten Ratschläge des Sheriffs gehört und ihre Häuser nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr verlassen. Zu dumm, denn so müssen einige von ihnen dran glauben, indem sie den blutbegeisterten fliegenden Teufel zum Opfer fallen…

Bats weist nicht einmal einen Hauch von Atmosphäre auf, weder in der Kameraführung, noch im Schnitt oder der Inszenierung. Aber er ist auch kein Vampirfilm, sondern lediglich ein Katastrophenfilm, bei dem biologisch manipulierte und intelligenter gewordene Fledermäuse zur tödlichen Bedrohung mutieren (wir erinnern uns an die Haie in Deep Blue Sea). Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Louis Morneaus Film ist das aktuellste, was die 70er Jahre derzeit zu bieten haben. Nach Angriffen von Fröschen, Heuschrecken, Haien und Bienen sind jetzt eben die Fledermäuse dran. Am deutlichsten erinnert Bats an einen ebenfalls nicht sonderlich überzeugenden amerikanischen Fernsehfilm aus dem Jahr 1976 (The Savage Bees von Bruce Geller), dessen inoffizielles Remake mit einer anderen Killerspezies er durchaus sein könnte. Mad Scientist manipuliert aus Eigennutz (Ruhm!) an putzigen Tierchen herum, die daraufhin über unschuldige Tiere und Menschen herfallen. Auf dem Höhepunkt muß das Publikum um die Heldin zittern, die in ihrem Auto eingesperrt ist, an dem hunderte der Übeltäter kleben, die unbedingt reinwollen (Hunger!). Den Garaus gemacht bekommen sie dann mittels einer gigantischen Vereisungsmaschine, die ihren Stoffwechsel bis zum Tod heruntersacken läßt (eiskalt!).

Spannung kommt bei dem vorhersehbaren Chaos höchstens beim Showdown in einer stillgelegten Mine auf. Ansonsten meint der Regisseur, auf heftigstes Kameragewackel während der Fledermausattacken nicht verzichten zu können. In diesen Momenten sieht man dann so gut wie gar nichts, nur noch flatternde Schatten der computergenerierten Wesen. Sind die kleinen Beißerchen doch mal sichtbar, z.B. während sie über den Boden robben oder grimmig von Bäumen stieren, auf denen sie in katzengleicher Angriffsstellung lauern, möchte man heulen vor Lachen. Leider ist der Film weder eine Parodie noch trashig genug, um schon wieder richtig lustig zu sein. Was also sollte einen veranlassen, sich den Film anzuschauen? So leicht ist es nicht immer, einer Katastrophe zu entkommen… 1970-01-01 01:00
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