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Basta. Rotwein oder Totsein

C(r)ook. D/A 2004. R,B: Pepe Danquart. B: Mike Majzen, Martin Daniel, Chris Kraus. K: Carl-Friedrich Koschnick. S: Britta Nahler. M: Walter W. Cikan. P: Dor-Film. D: Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu, Corinna Harfouch, Nadeshda Brennicke u.a.
108 Min. NFP ab 28.4.05

Küchengangster

Von Carsten Happe Die Krise des deutschen Verleihtitels hat ihren traurigen Höhepunkt erreicht. Basta. Rotwein oder Totsein schreit geradezu: Mach einen Bogen um dieses Kino, ich bin übelster Klamauk! Nun ist die »österreichische« Variante dieser Koproduktion auch kaum besser – wer bitteschön soll C(r)ook aussprechen? Sowohl deutscher als auch österreichischer Titel deuten zumindest auf die zwei Welten hin, in denen sich unser Held Oskar bewegt: die kulinarische und die kriminelle. Ein letzter simpler Auftrag noch, dann möchte der Gourmet seinem Gangster-Dasein ein Ende setzen, sich seiner Freundin widmen, ein Restaurant eröffnen. Doch das Genre verbietet lautlose Abgänge, die Wiener Mafia schon gar.

Der morbide Charme dieser Stadt trägt Pepe Danquarts schreiend komische Gaunerfarce selbst durch die albernsten Verwicklungen und hinterhältigsten Gemeinheiten. Mit sichtlicher Spielfreude schlängelt sich das binationale Ensemble durch den mitunter hanebüchenen Plot in ein Finale furioso, das von Greenaway bis Tarantino durch die Filmgeschichte wildert und keinen Stein auf dem anderen läßt. Moritz Bleibtreu stattet seinem Abdul aus Knockin' on Heaven's Door einen erneuten Besuch ab, und Josef Hader grantelt sich durch seine ewige Kommissarenrolle. Nix für Feingeister, sondern deftiges Komödienpotpourri, mal lakonisch, mal grell, aber nie geschmacklos oder fad. Darauf einen Merlot. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #38.
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