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Barfuß

D 2005. R,B,S,D: Til Schweiger. B: Jann Preuss, Steven Zotnowsky, Dina Marie Chapman, Nika von Altenstadt. K: Christof Wahl. S: Constantin von Seld. M: Dirk Reinhardt, Stefan Hansen, Max Berghaus. P: barefoot. D: Johanna Wokalek, Steffen Wink, Michael Mendl, Nadja Tiller u.a.
115 Min. Buena Vista ab 31.5.05

Erdrückend

Von Constanze Frowein Til Schweiger ist ein Romantiker. Jahrelang kämpfte erheldenhaft für die Verwirklichung der Geschichte um die Liebe einer suizidgefährdeten barfuß umherirrenden Psychatrieinsassin zu ihrem ungeliebten und deshalb verantwortungslosen arbeitslosen Lebensretter. Natürlich ist die männliche Hauptrolle für den sensiblen Til Schweiger genau die richtige, weil er in einem herzzerreißenden Dialog mit der bösen, weil niemals liebenden Psychatrie-Direktorin in Tränen der wahren Liebe ausbrechen kann. Das kann er wirklich gut, da wird das potenzielle Schwiegermutterherz sehr, sehr weich und das der Tochter sehr, sehr groß.

Auch der weibliche Mittelpunkt des Filmes ist perfekt besetzt, Johanna Wokalek bringt als Leila mit der ihr Leben bestimmenden Gefangenschaft zuerst bei ihrer Mutter und dann in der prototypisch dargestellten Irrenanstalt eine automatische und gern gesehene Naivität mit sich, die Nicks Herz in einer Gesellschaft, die nur Sex, Geld, Macht und am besten alles gleichzeitig will, letztendlich zum Schmelzen bringt. Diese Momente der Zuneigung wirken erdrückend in ihrer poetischen Leichtigkeit – wären aber die einzige Chance gewesen, den Romantiker als hoffnungslos zu entschuldigen.

Doch leider schien der sich nicht entscheiden zu können, was sein Film nun darstellen sollte, so birgt die langatmige Liebesgeschichte nicht nur Elemente des Märchens und der Romanze in sich, sondern muß auch noch Comedy- und Roadmovie-Elemente schlucken. Zuviel für eine bereits mit Metaphern überladene Romantikkomödie. Da Schweiger betont, »ganz tief drin, da ist Barfuß ein Liebesfilm«, hätte er gut daran getan, diese Vorstellung nicht aus den Augen zu verlieren. 1970-01-01 01:00
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