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b. monkey

GB 1997. R: Michael Radford. B: Andrew Davies, Michael Thomas. K: Ashley Rowe. S: Joelle Hache. M: Luis Bacalav. D: Asia Argento, Jared Harris, Rupert Everett, Jonathan Rhys Meyers u.a.
94 Min. Kinowelt ab 15.7.99
Von Ingo Grell Es ist immer etwas bitter, wenn ein außergewöhnlich schönes Lied einem miesen Film zur musikalischen Untermalung dient. Diesmal trifft es »Glory Box« von Portishead. Beatrice (Asia Argento) feiert mit ihrem Lover Alan in einem Pariser Hotel das Ende seiner temporären Impotenz. »Give me a reason to love you…«, singt Beth Gibbons. Allzu verständlich, denn Alan ist zuhause in London nur ein harmloser Grundschullehrer. Er nimmt weder Drogen, noch begeht er Raubüberfälle. Worüber sollen sich die beiden nach dem Sex also unterhalten, wo doch Beatrice – nom de guerre: B. Monkey – nichts anderes kennt? Glück gehabt! Es geht in diesem Film ja auch gar nicht um zwischenmenschliche Kommunikation, das verhindern schon die allgegenwärtigen Phrasen des Drehbuchs.

Im Mittelpunkt von b. monkey steht die Schauspielerin Asia Argento, Tochter des italienischen Horror-Gurus Dario Argento. Auf ihre Figur baut Regisseur Michael Radford die Geschichte einer Kriminellen auf, die mit Hilfe ihrer Pädagogen-Bekanntschaft aus der Sub-Szene aussteigen will, aber durch die Probleme ehemaliger Gefährten immer wieder mit ihrem alten Leben in Kontakt gerät.

Wer kann schon sagen, ob die Argento von Michael Radford (Il Postino) gezwungen wurde, in ihrer Rolle diese unerträgliche Spontaneität und Verrücktheit auszudrücken oder ob das freiwillig geschehen ist. Aber sie steht mit ihrer mißglückten Performance nicht allein da. Bis auf Rupert Everett, der als einziger in seinem Charakter überzeugen kann, wirkt die Besetzung so substanzlos wie der ganze Film. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #15.
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