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Asterix und Obelix: Mission Cleopatra

Asterix & Obelix: Mission Cléopâtre. F 2001. R,B: Alain Chabat. K: Laurent Dailland. S: Stephane Pereira. M: Philippe Chany P: Katharina, Renn Productions, CP Medien. D: Gérard Depardieu, Christian Clavier, Monica Bellucci, Jamel Debbouzze u.a.
108 Min. Tobis ab 7.3.02
Von Sascha Seiler Eins vorweg: Gérard Depardieu verkörpert den Obelix genau so, wie man ihn sich in seiner Jugend beim Lesen der Asterix-Comics als realen Menschen vorgestellt hat. Da man Asterix selbst eh als nervenden und oberschlauen Zwerg in Erinnerung behielt, fällt auch das nervende und oberschlaue Spiel von Christian Claviér nicht weiter ins Gewicht. Und auch der Druide Miraculix ist gut getroffen, aber was soll man bei einem alten Herrn, der nur von Haaren und Bart bedeckt wird, auch falsch machen. Das Problem beginnt schon damit, daß der Hund Idefix zu groß ist, was ihm jeglichen Witz nimmt, der im Comic aufgrund des Proportionsunterschiedes zum Herrchen Obelix entsteht. Aber vielleicht wäre dieser Asterix-Film ja sogar geglückt, hätte man sich auf die Geschichten beschränkt, die im idyllischen Dorf spielen und die Probleme des Zusammenlebens und zwischenmenschliche Beziehungen zum Thema haben.

Doch durch die Adaption von »Asterix und Kleopatra« begibt man sich in die Domäne von Action-Filmen wie The Mummy und macht alles kaputt, was Charakterdarstellung an einer problematischen Comicverfilmung noch hätte retten können. Die Action selbst ist vielleicht augenzwinkernd inszeniert, doch das täuscht nicht darüber hinweg, daß sie nicht einmal im Ansatz Hollywood-Standards erreichen kann.

Das traurigste Kapitel sind aber die Gags: Hat René Goscinny in den Asterix-Bänden die Dialoge noch mit Witzen angereichert, die Kulturgeschichte reflektierten und dem Leser bisweilen ein hohes Niveau an Bildung abverlangten – beispielsweise spricht der Architekt aus Alexandria zeitweise in Alexandrinern – so wären einige Dialogpassagen dieses Films wahrscheinlich sogar den Machern von Filmen in der American Pie-Tradition zu blöd. So etwa, als die Chef-Demonstrantin redet wie eine Handy-Mailbox inklusive Signalstörungen oder der Druide Miraculix immer mit einem Spaghetti-Produkt assoziiert wird.

Bitte aufhören. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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