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Angel Eyes

Angel Eyes. USA 2001. R: Luis Mandoki. B: Gerald Di Pego. K: Piotr Sobocinski. S: Jerry Greenberg. M: Marco Beltrami. P: Franchise Pictures. D: Jennifer Lopez, Jim Caviezel, Sonia Braga, Terrence Howard, Shirley Knight, Jeremy Sisto u.a.
102 Min. Warner ab 25.10.01

Psychologisierte Action

Von Frank Brenner Madonna, die Diva der 80er und 90er Jahre, sollte sich besser warm anziehen. In letzter Zeit hat sich Jennifer Lopez angeschickt, ihr den Thron der Popdiva streitig zu machen. Mit wesentlich weniger Skandalen, dafür mit um so mehr Geschäftssinn und Kalkül, hat die rassige New Yorkerin puertorikanischer Abstammung innerhalb nur weniger Monate eine Art Industrie um ihre Person herum aufgebaut, die ihr Image als Sängerin und Filmschauspielerin aufs Beste zu vermarkten weiß und aus dem Menschen Jennifer Lopez (oder kurz J. Lo) längst eine Institution gemacht hat.

Wie bei Madonna scheint auch bei der Lopez eine neue Singleauskoppelung automatisch dafür bestimmt zu sein, ein Nummer-Eins-Hit zu werden. Doch im Gegensatz zum Material Girl, das in Filmen nur dann gut ist, wenn es mehr singen als sprechen darf (Evita), hat J. Lo neben ihrem offensichtlichen Sex-Appeal ein nicht zu unterschätzendes schauspielerisches Talent.

Im neuen Film des Message in a Bottle-Regisseurs Luis Mandoki ist es dann auch das Talent der beiden Hauptdarsteller, welches das Interesse an der Story wachzuhalten versteht. Jim Caviezel ist der männliche Gegenpart zu Lopez' Figur einer toughen Chicagoer Polizistin. Die Wege der beiden haben sich zweimal auf schicksalhafte Weise gekreuzt. Nun interessieren sich die beiden für einander, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich ineinander verlieben. Aber genau diese Phase macht den Reiz des Filmes aus, da die Charaktere mit großen emotionalen Problemen zu kämpfen und noch eine weite Strecke Weg zurückzulegen haben. Jim Caviezel streicht in der ersten Hälfte mit glasigem Blick wie ein junger Straßenpenner durch den Film und bleibt dem Zuschauer und Jennifer Lopez einige Antworten schuldig. Diese hat ihrerseits unter ihrer Kindheit und einem ungelösten Konflikt mit ihrem gewalttätigen Vater zu leiden.

Für sich allein genommen wären diese Figurenkonstellationen stereotypes Füllmaterial für einen actionlastigen B-Film. Doch Mandoki setzt andere Schwerpunkte, und so stehen hier die Psychologisierung der Protagonisten und die Entwicklung ihrer Charaktere im Zentrum. Action wird dabei so nebensächlich, daß in einer Szene das Ticken der Wanduhr das einzige ist, was das Publikum von der Unterhaltung der Akteure ablenken darf.

Der Lopez und Caviezel wird genug Freiraum gegeben, den sie mit ihren eindrucksvollen Darstellungen auch gut zu nutzen verstehen. Zudem darf J. Lo in der Uniform oder nur mit der kugelsicheren Weste bekleidet sehr sexy aussehen. Madonna sollte wohl besser Schauspielunterricht nehmen… 1970-01-01 01:00
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