Von Carsten Tritt
In America`s Sweethearts beschäftigt sich Hollywood mal wieder mit dem, was ihm am liebsten ist, nämlich sich selbst. Dieses Film-im-Film-Prinzip war in den letzten Jahren schon zu genüge zu sehen, und es ist das eindeutigste Zeichen dafür, daß einem Produzenten nichts neues eingefallen ist.
Dieser Eindruck der Ideenlosigkeit wird durch den altbackenen Stil und die Gagarmut dieser Komödie verstärkt, und sogar wenn James Newton Howard durch krampfhafte Pointierung der Filmmusik den Zuschauer davon überzeugen will, daß sich gerade eine Szene vor gar vorzüglicher Witzigkeit abspiele, ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Der Film wird mit der üblichen dünnen Genreparodie eingeleitet und endet damit, daß ein Film-im-Film-Regisseur sein neuestes, sogleich als große Kunst gefeiertes Werk präsentiert, und in diesem dann selbst die Abgründe der Industrie aufdeckt. Der Metafilm zeigt hier also dasselbe wie der Film, und der Film selbst wird sogleich zu einer ebensolchen Schmierenkomödie, wie sie zu Beginn des Films über den Metafilm parodiert wurden. Was noch interessant klingen mag, gibt aber dem Film endgültig den Todesstoß, denn das hier Vorgeführte Niveau ist wohl weniger tatsächlicher Beweis der Fähigkeiten der Filmemacher sondern vielmehr zufälliges Produkt ihrer Unfähigkeit. Folglich bleiben sämtliche Ebenen des Films gleichermaßen langweilig, sogar eintönig, und sind somit allenfalls versehentliches Plädoyer dafür, eben diese Ebenen zu verlassen und statt ständig auf die Leinwand – bzw. als Filmbranchiat nur in den Spiegel – auch mal aus dem Fenster zu schauen.
1970-01-01 01:00