— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

American Buffalo

USA 1996. R: Michael Corrente. B: David Mamet. K: Richard Crudo. S: Kate Sanford. M: Thomas Newman. D: Dustin Hoffman, Dennis Franz, Sean Nelson.
90 Min. Tobis ab 17.10.96
Von Hasko Baumann In Dons (Dennis Franz) kleinem Hehler- Antiquitätenladen hat vor einigen Tagen ein Kunde für eine Münze, die Don wertlos schien, 90 Dollar gezahlt. Jetzt plant Don, seinen Schützling Bobby (Sean Nelson) in das Haus des Kunden einbrechen und dessen komplette Münzsammlung stehlen zu lassen. Damit ist sein Freund Teach (Dustin Hoffman) nicht einverstanden: Schließlich ist Bobby nur ein kleiner Junge und auch noch Ex(?)-Junkie. Den Job will der Spieler und Gauner selbst erledigen, schon allein der eventuell fetten Beute wegen. Don besteht auf der Mitarbeit eines Mannes namens Fletch, doch der ist abends unauffindbar, und Teach droht überzukochen…

David Mamet hat das Drehbuch nach seinem eigenen Theaterstück geschrieben und mit genügend Bewegung angereichert, um das Drei-Personen-Drama auch filmisch funktionieren zu lassen. Wie so oft bei Mamet versuchen seine Figuren, sich aus ihrer Lähmung zu befreien, doch ihre Anstrengungen sind zum Scheitern verurteilt: Am Ende wird ihnen ihr Stillstand nur umso bewußter. American Buffalo geht diesen Weg kompromißlos zum schmerzhaften Höhepunkt, doch Mamets ausgefeilten Dialoge amüsieren auch in ihrer absurden Komik.

Regisseur Corrente beschönigt oder ästhetisiert nicht; sein Kammerspiel wirkt in jeder Sekunde beklemmend echt. Das ist in der derzeitigen nicht enden wollenden Flut der glatten, leeren Kinobilder nicht hoch genug einzuschätzen. Ebenso verhält es sich mit den brillanten Hauptdarstellern: NYPD-Star Dennis Franz läßt mit einer subtilen, verletzlichen Darstellung seinem Partner Dustin Hoffman Raum für eine uneitle, enorm virile und bewußt unsympathische Studie, ganz einfach seine stärkste Leistung seit Jahren. American Buffalo strengt natürlich bedeutend mehr an als laute Popcorn-Kinokost; eine willkommene und viel zu selten gewordene Abwechslung also, auf die man sich unbedingt einlassen sollte. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #04.
© 2012, Schnitt Online

Sitemap