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Alles Unheil kommt von oben

Commandments. USA 1996. R,B: Daniel Taplitz. K: Slawomir Idziak. S: Michael Jablow. M: Joseph Vitarelli. D: Aidan Quinn, Courteney Cox, Anthony LaPaglia u.a.
84 Min. CIC
Von Carsten Tritt Zu Anfang meines Studiums, gleich im ersten Semester, wurde ich Zeuge, wie ein Kommilitone den Fehler machte, sich bei Professor »Hubi« Naendrup zu beschweren, seine Klausurnote sei ungerecht. »Jawohl, das Leben ist ungerecht. Und SIE haben das verstanden,« lobte Naendrup den Unglücklichen, der schon bald darauf sein Studium aufgeben sollte.

Seth hat es noch viel schlimmer getroffen, Frau, Arbeit und Wohnung hat er verloren. Er, der er bisher doch immer ein äußerst tugendhaftes Leben geführt hat, stellt sich auf ein Hausdach und verlangt von Gott selbst, den er für seine Leiden verantwortlich sieht, eine Erklärung. Als Antwort kommt ein Blitz vom Himmel, der ihn ins Krankenhaus befördert. Das läßt sich Seth selbst von Gott nicht bieten. Rächen wird er sich dafür. Alle zehn Gebote wird er brechen.

Warum man sich überhaupt moralisch verhalten solle, und was dieser Gott, wenn er denn überhaupt existiert, eigentlich will, fragt Daniel Taplitz' komischer Bocksgesang Commandments, den man getrost als ein kleines Meisterwerk bezeichnen kann. Er präsentiert uns wunderbar hollywoodunkompatible Charaktere, die nicht nur bösartig oder verrückt, sondern vielmehr einfach menschlich sind. Harry zum Beispiel verstößt gegen so fünf bis sechs Gebote am Tag, und der Polizeichef Warren bricht alle 28 Minuten ein Gesetz. Seth jedenfalls macht erste Fortschritte, mißbraucht den Namen des Herren und legt falsch Zeugnis ab wider seinen Nächsten.

Das Leben ist ungerecht, aber das wissen wir bereits. Eine viel wichtigere Botschaft steht am Ende des Films, eine Botschaft der Hoffnung, die wir schon oft gehört haben, aber vielleicht jetzt erst richtig verstehen: Rettet die Wale. 1970-01-01 01:00
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