— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Ali

USA 2002. R,B: Michael Mann. B: Stephen J. Rivele, Christopher Wilkinson, Eric Roth. K: Emmanuel Lubezki. S: William Goldenberg, Stephen Rivkin, Lynzee Klingman. M: Lisa Gerrard, Pieter Bourke. P: Columbia Pictures D: Will Smith, Jamie Foxx, Jon Voight, Mario Van Peebles, Ron Silver, Jeffrey Wright, Mykelti Williamson u.a.
159 Min. 20th Century Fox ab 15.8.02
Von Michael Leuffen Das Leben des Boxers Muhammad Ali zu verfilmen, ist nicht nur ein anspruchsvolles Unterfangen, sondern vor allem eine Herausforderung, die mehr als 90 Minuten zu füllen weiß. Deshalb verwundert es nicht, daß sich der amerikanische Regisseur Michael Mann der Vita des amerikanischen Boxers angenommen hat. Schließlich hat Mann durch seine letzten Filme Heat und The Insider schon eindrucksvoll bewiesen, daß er es versteht, epische Filmballaden ohne Langeweile zu inszenieren.

Die gesamte Lebensgeschichte des Amerikaners wäre jedoch selbst für Mann zu umfangreich gewesen. Aus diesem Grund beleuchtet sein Film den Lebensabschnitt zwischen Alis erstem Weltmeistertitel 1964 und seinem grandios medial inszenierten Kampf im Zairischen Kinshasa gegen George Foreman im Oktober 1974. Zehn Jahre, die im Leben des Ausnahmesportlers die wohl wichtigste Phase seiner Karriere bedeuteten.

Auch der Dokumentarfilm When We Were Kings von Leon Gast aus dem Jahre 1996 hat diese Tatsache eindrucksvoll belegt. Im Gegensatz zur Dokumentation hat sich Mann jedoch nicht vorgenommen, die Ereignisse wertungsfrei zu schildern. Er beschreibt Ali, gespielt von einem grandios wirkenden Will Smith, als einen Mann, der sich für die Rechte der Schwarzen einsetzt, als Moslem gegen den Staat aufbegehrt und zugleich als gnadenloser Entertainer und Womanizer ohne Gewissen mit den Menschen spielt.

So setzt Mann dem amerikanischen Boxer ein Denkmal mit Haken und Ösen, das in seiner narrativen Form an die heroischen Biopics eines Oliver Stone erinnert. Allerdings wagte sich Mann im Gegensatz zu Stones Epen an eine historische Figur, die nicht dem weißen amerikanischen Establishment angehört, sondern an einen Menschen, der sich mit Hingabe für die Belange der schwarzen Bevölkerung einsetzte. Bonuspunkte, die den Film Ali trotz seiner gelegentlichen dramaturgischen Längen zu einer sehenswerten Biographie machen, die viel von den wilden Jahren in den späten 60ern und frühen 70ern erzählt und zeigt, daß es immer einer bewegenden Zeit bedarf, um wirklich große Persönlichkeiten ins Leben zu rufen. Dinge, die man sich in Zeiten der globalisierten Gleichmütigkeit nur wünschen kann. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap