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About a Boy

GB/USA 2002. R,B: Paul Weitz, Chris Weitz. B: Peter Hedges. K: Remi Adefarasin. S: Nick Moore. M: Damon Gough. P: TriBeca, Working Title. D: Hugh Grant, Toni Collette, Nicholas Hoult, Rachel Weisz u.a.
101 Min. UIP ab 22.8.02
Von Matthias Grimm Nick Hornby erzählt Geschichten über Männer, die sich in Ersatzrealitäten zurückgezogen haben, Mikrokosmen, in denen sich alles um Fußball oder Musik dreht und aus denen sie von einer Frau gerettet werden müssen. Will ist so ein Mann, und seine Welt dreht sich um… gar nichts. Sein Leben ist leer und er selbst oberflächlich, doch, um das zu erkennen, benötigt er den halben Film, sich daraus zu retten, die Hilfe eines Jungen. Gegenseitig zerren sich die beiden Außenseiter zurück ins Leben, denn Marcus, der Junge, ist noch schlimmer dran: Seine Welt dreht sich um… seine Mutter.

Man ahnt es: Nick Hornby menschelt. Zeichneten sich seine Romane »Fever Pitch« und »High Fidelity« stets durch eine präzis beobachtete und rekonstruierte Skizze subkultureller Lebenswirklichkeit aus, präsentiert sich About a Boy als leichte Komödie, in der sich psychologische Tiefe nur an Oberflächlichem festmacht. Andererseits gesundet Hornby auf diese Weise, indem er nicht einfach zur nächsten Subkultur wandert, um sich zu deren Guru zu stilisieren. Stattdessen übt sich der Film in der nicht minder beachtenswerten Tugend, in erster Linie komisch, in zweiter tragisch sein zu wollen, und fährt gut damit.

Die Weitz-Brüder, Regisseure von American Pie, beweisen nicht nur ein überraschendes Gespür für britischen Humor, sondern finden in der Montage und ausgefeilten Kadrierungen immer wieder Mittel, sich von einer reinen Übersetzung der literarischen Vorlage in bewegte Bilder zu distanzieren. Auf anderer Ebene geschieht dies durch Zitieren paratextueller Zeichen des Hornby-Kosmos, etwa durch Variation des reflexiven Erzählerkonzeptes bei Stephen Frears oder der Stereotypisierung von Personen durch Musik, die sich zwangsweise in den Kontext von High Fidelity stellt. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #27.
© 2012, Schnitt Online

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