— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

A Fistful of Flies

AUS 1996. R,B: Monica Pellizzari. K: Jane Castle. S: James Manche. M: Felicity Fox. D: Tasma Walton, Dina Panozzo, John Lucantonio, Anne Volska u.a.
85 Min. Arsenal ab 8.10.98
Von Martin Scharf Die pubertierende Mars entdeckt, daß zwischen ihrem Bauchnabel und ihren Knien etwas ist, von dem eine ungeheure Kraft ausgeht. Dieses Unaussprechliche will immer wieder berührt werden, aber ihre Eltern finden es schändlich, daß Mars nicht die Finger von ihrem »trigger-button« lassen kann. Deswegen wird Mars 85 Minuten lang von ihrem Vater verdroschen, gequält und mehrmals fast erschossen.

Erst als Mars einen Selbstmordversuch unternimmt, begreift die Mutter, daß ihr Ehegatte die aufkeimende Sexualität ihrer Tochter mit enormer Grausamkeit unterdrückt. Und so tun sich die Frauen zusammen gegen den Mann, der stumpf, brutal und widerwärtig ist und darüber hinaus noch die Ehe bricht. In dieser Hinsicht ist die Story ein Archetyp: Mann quält Frau solange, bis sie sich rächt. A Fistful of Flies ist ein feministischer Film und drastisch in seiner Darstellungsweise, mit der Regisseurin Monica Pellizzari große Wirkung erzielt. In ihrem ersten Langfilm schafft sie eine Reihe von Momenten, die beklemmend und schmerzhaft sind.

Soundtrack und Räumlichkeiten erinnern stark an David Lynch, die Psychosen der Eheleute sind präzise in Szene gesetzt, die Bildführung prägnant, die Inszenierung stimmig. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #12.
© 2012, Schnitt Online

Sitemap